19.05.2005 · Die Erholung wird schlaffer. Die Stimmung der kleinen und mittleren Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft hat sich im April abermals verschlechtert. Kleine Lichtblicke bieten die Bauwirtschaft und der Einzelhandel.
Die Stimmung der kleinen und mittleren Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft hat sich im April abermals verschlechtert. Das ist das zentrale Ergebnis des von der KfW-Bankengruppe in Zusammenarbeit mit dem Münchner Ifo-Institut ermittelten KfW-Ifo-Mittelstandsbarometers. Das Geschäftsklima gab auf den leicht unterdurchschnittlichen Saldenstand von 3,2 Punkten nach und lag 1,2 Zähler niedriger als im März. Wie beim Ifo-Geschäftsklimaindex für die Gesamtwirtschaft ist dies der dritte Rückgang in Folge.
Das Risiko einer vorübergehenden Schwächephase im Mittelstand habe sich erhöht, werteten die Ökonomen der KfW-Bankengruppe. Die Daten wiesen auf eine weitere Verlangsamung der ohnehin schwachen Konjunkturerholung, vielleicht sogar auf eine zeitweise Stagnation hin, nicht aber auf eine bevorstehende Rezession. Dafür spreche auch, daß die Erwartungen noch immer besser ausfielen als die Lageurteile. Die kleinen und mittleren Unternehmen hätten die Hoffnung auf eine bessere Zukunft noch nicht aufgegeben. Die Abkühlung des Geschäftsklimas im Mittelstand war im April nicht so ausgeprägt wie bei den Großunternehmen und erfaßte auch nicht alle Wirtschaftsbereiche gleichermaßen.
Zukunftsvertrauen nimmt deutlich ab
Die befragten mittelständischen Unternehmen werteten sowohl die aktuelle Geschäftslage als auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate schlechter als zuvor. Seit Jahresbeginn hat sich vor allem das Zukunftsvertrauen der mittelständischen Wirtschaft merklich eingetrübt. Der Erwartungsindikator liegt mittlerweile so niedrig wie zuletzt im Juli 2003. Keine großen Unterschiede gibt es derzeit zwischen West- und Ostdeutschland.
Die Verschlechterung des Geschäftsklimas konzentrierte sich im April auf das Verarbeitende Gewerbe und den Großhandel. Ursächlich dafür dürfte vor allem die nachlassende weltwirtschaftliche Dynamik sein, weil sowohl das Verarbeitende Gewerbe als auch der Großhandel stärker außenwirtschaftlich verflochten sind als die beiden anderen Sektoren in der Umfrage, das Bauhauptgewerbe und der Einzelhandel. Diese beiden binnenorientierten Wirtschaftsbereiche schnitten im April vergleichsweise gut ab. Allerdings liegen die entsprechenden Teilindikatoren noch um einiges von ihrem langfristigen Durchschnitt entfernt.
Beschäftigungserwartungen relativ stabil
Der Index der Beschäftigungserwartungen der mittelständischen Unternehmen hielt sich bislang annähernd in der Nähe des langfristigen Durchschnitts. Dies weist nach Einschätzung der KfW darauf hin, daß sich die unbefriedigende Arbeitsmarktlage, die in den vergangenen Jahren vor allem den privaten Konsum und damit indirekt auch die inländischen Absatzperspektiven der Unternehmen belastete, nicht noch weiter verschlechtert habe.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2468 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 106,35 $ | −0,47% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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