Die Jobcenter haben erstmals innerhalb eines Jahres mehr als eine Million Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt. Zwischen August 2011 und Juli sprachen die Behörden 1,017 Millionen Strafen aus, das waren 31 Prozent mehr als noch 2007.
In der Folge wurde den Betroffenen vorübergehend die Leistung im Durchschnitt um 116 Euro gekürzt. Die Sanktionsquote, die den Anteil der Betroffenen an allen Sozialhilfeempfängern angibt, stieg von 2,3 Prozent im Jahr 2007 auf zuletzt 3,2 Prozent. Dies geht aus einer aktuellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit hervor.
Konsequentere Jobcenter
Die Bundesagentur für Arbeit führt den Anstieg auf zwei Gründe zurück. Zum einen arbeiteten die 2005 entstandenen Jobcenter zunehmend konsequenter und kontinuierlicher, da die hohe Personalfluktuation der Vergangenheit gestoppt sei. Zum anderen sorge die gute Lage am Arbeitsmarkt dafür, dass den Langzeitarbeitslosen mehr Arbeitsangebote gemacht werden könnten und es dadurch auch mehr Termine zu verpassen gebe, wie eine Sprecherin sagte.
Dafür spricht, dass zuletzt im Juli der häufigste Sanktionsgrund mit fast 68 Prozent auf Meldeversäumnisse entfallen ist. Dies bedeutet einen Anstieg innerhalb von 5 Jahren um 14 Prozentpunkte. Im selben Zeitraum ist der Anteil der Arbeitsverweigerer um fast 10 Punkte auf 14 Prozent gefallen, die Verstöße gegen die Eingliederungsvereinbarungen sanken um 3 Zähler auf 14,6 Prozent.
Männer viel häufiger bestraft als Frauen
Wie die Daten weiter zeigen, unterscheiden sich die Sanktionierungen sowohl nach Alter, Geschlecht und Herkunft als auch nach Region zum Teil deutlich. Während Berlin und Rheinland-Pfalz mit jeweils 3,8 Prozent die höchsten Quoten aufwiesen, lag Bremen mit 2,5 Prozent am Ende der Skala. Männer (4,4) wurden deutlich öfter mit Strafen belegt als Frauen (2).
Ausländer wurden den Daten zufolge mit einer Quote von 2,8 Prozent unterdurchschnittlich oft sanktioniert. Auffällig ist der Wert zwischen Älteren und Jüngeren. Während die Gruppe im Alter zwischen 50 und 65 Jahren lediglich auf eine Quote von 1,1 Prozent kommt, weisen junge Menschen unter 25 Jahren mit 4,8 Prozent den höchsten Wert auf. Der Agentursprecherin zu Folge liegt dies an dem im Gesetz festgelegten besonderen Betreuungsanspruch für Jugendliche. Damit diese „erst gar nicht in Hartz-IV-Karrieren hineinrutschen“, könne das Jobcenter deutlich mehr Termine vereinbaren als für Ältere. Demnach gebe es deutlich mehr Gelegenheiten, einem Treffen unentschuldigt fern zu bleiben.
Meinung eines Betroffenen
Björn Allzeih (Frankfurt2014)
- 21.11.2012, 12:13 Uhr
Journalistische Unterstufe...setzen!
Roswitha Blunthofer (Roswita2)
- 21.11.2012, 09:00 Uhr
Hartz-IV.-Empfängern...
leopold mansk (leopold-mansk)
- 20.11.2012, 22:28 Uhr
Jüngere Arveitslose
Oliver Kornmann (Westfal)
- 20.11.2012, 17:52 Uhr
Ich unterstelle mal, dass die Zahlen
Ulrich Dust (knieselstein)
- 20.11.2012, 17:33 Uhr
