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Jetzt amtlich Die Rezession hat Deutschland im Griff

 ·  Konjunktureinbruch auf breiter Front: Die Wirtschaftsleistung ging im letzten Quartal 2008 so stark zurück wie seit der Wiedervereinigung nicht mehr. Im Vergleich zum Vorquartal schrumpfte das Bruttoinlandsprodukt um 2,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt bekanntgab. Eine schnelle Besserung ist nicht in Sicht.

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Die weltweite Wirtschaftskrise hat in Deutschland zu einem Konjunktureinbruch in historischer Dimension geführt. Das Bruttoinlandsprodukt sank von Oktober bis Dezember unerwartet deutlich um 2,1 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal. Das gab das Statistische Bundesamt am Freitag bekannt. „Das war der größte Rückgang gegenüber einem Vorquartal im wiedervereinigten Deutschland“, erläuterte die Behörde. Von Reuters befragte Analysten hatten lediglich mit einem Minus von 1,8 Prozent gerechnet.

Die Konjunktur brach am Jahresende auf breiter Front ein. Exporte und Investitionen gingen spürbar zurück. „Auch die Konsumausgaben waren geringfügig geringer als im dritten Quartal“, hieß es. Außerdem produzierten die Unternehmen wegen des sinkenden Absatzes verstärkt auf Halde: Der Lageraufbau sei „deutlich“ gestiegen, hieß es.

Kein schnelles Ende der Talfahrt in Sicht

Noch schlimmer war die Entwicklung im ersten Quartal 1987, als das BIP um 2,5 Prozent einbrach. Der jetzige Rückgang ist allerdings viel gravierender, weil damals schon im folgenden Quartal ein Wachstum von 2,2 Prozent erreicht wurde. Das jetzige Minusquartal ist aber bereits das dritte in Folge. Nach allen Maßstäben steckt Deutschland damit in einer schweren Rezession.

Experten zufolge wird die konjunkturelle Talfahrt in diesem Jahr anhalten. „Die Leute, die da sagen, im Sommer geht es wieder aufwärts, das ist Blödsinn“, sagte der Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, am Donnerstagabend im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. Er rechne zur Bundestagswahl im September mit 500.000 bis 700.000 zusätzlichen Arbeitslosen im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Pessimistisch äußerte sich auch der Deutschland-Chefvolkswirt der Citigroup, Jürgen Michels: „Im ersten und zweiten Quartal dürfte es noch einmal nach unten gehen“.

Wie viel Minus darf es sein: Zwei, drei oder vier Prozent?

Bereits im Frühjahr und Sommer 2008 war die Wirtschaftsleistung um jeweils 0,5 Prozent geschrumpft. Zu Jahresbeginn gab es dagegen ein kräftiges Plus von 1,5 Prozent. Deshalb reichte es im Gesamtjahr 2008 noch zu einem Wachstum von 1,3 Prozent. Damit bestätigte das Amt eine erste Schätzung von Mitte Januar. Für dieses Jahr sagt die Bundesregierung die schwerste Rezession seit 1949 voraus. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte demnach um 2,25 Prozent sinken. Einige Ökonomen halten sogar ein Minus von drei bis vier Prozent für möglich.

Der Euro geriet nach Bekanntgabe der Daten unter Druck und fiel unter die Marke von 1,29 Dollar. Auch Frankreich hatte schlechte Konjunkturdaten gemeldet. Trotz wachsender privater Konsumausgaben rutscht das Nachbarland in die Rezession. Im vierten Quartal 2008 brach das BIP um 1,2 Prozent ein. Für das Gesamtjahr habe sich das Wachstum damit von 2,1 auf 0,7 Prozent verlangsamt, teilte das Statistikamt INSEE in Paris mit. Wirtschaftsministerin Christine Lagarde rechnet für 2009 nun mit einer Schrumpfung der Wirtschaft um ein Prozent.

Am deutschen Arbeitsmarkt ist die Entwicklung hingegen noch positiv. Die Wirtschaftsleistung wurde im vierten Quartal von 40,8 Millionen Erwerbstätigen erbracht. Das waren 422.000 Personen oder ein Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit wurde der höchste Beschäftigungsstand seit der Wiedervereinigung erreicht. Der Beschäftigungszuwachs hat sich aber seit Anfang 2008 deutlich abgeschwächt.

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Von Rainer Hank

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