22.12.2005 · Der Internationale Währungsfonds wird 19 der ärmsten Länder Anfang des kommenden Jahres alle Schulden erlassen. Insgesamt umfaßt der bereits im Juli vereinbarte Schuldenerlaß 3,3 Milliarden Dollar.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) wird 19 der ärmsten Länder Anfang des kommenden Jahres alle Schulden erlassen. Das beschloß das Exekutivdirektorium der Organisation am Mittwoch. Der Schuldenerlaß umfaßt 3,3 Milliarden Dollar.
Zusätzlich können einem internen IWF-Dokument zufolge die Kredite des afrikanischen Mauretaniens gestrichen werden, wenn es seine Finanzpolitik transparenter gestaltet. „Dies ist ein historischer Moment, der es diesen Ländern ermöglichen wird, mehr für Prioritäten wie Armutsbekämpfung und Förderung des Wirtschaftswachstums auszugeben“, sagte IWF-Chef Rodrigo Rato.
Schuldenerlaß „ohne weitere Bedingungen“
Entwicklungshilfeorganisationen begrüßten den Beschluß. Sie hatten befürchtet, das Direktorium würde den Schuldenerlaß lange hinauszögern, um viele betroffene Regierungen zunächst zu weiteren Reformen zu zwingen. Amerikanische Parlamentarier forderten allerdings, die Schulden „ohne weitere Verzögerungen und Bedingungen“ zu streichen.
Die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G-7), darunter Deutschland, hatte den Erlaß im Juli vereinbart. Er bezieht sich zunächst auf Benin, Bolivien, Burkina Faso, Kambodscha, Äthiopien, Ghana, Guyana, Honduras, Madagaskar, Mali, Mosambik, Nicaragua, Niger, Ruanda, Senegal, Tadschikistan, Tansania, Uganda und Sambia. jma/
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