15.02.2006 · Die amerikanische Wirtschaft, so Notenbank-Chef Bernannke vor dem Kongreß, sei in guter Verfassung. Doch die Geldpolitik muß womöglich noch weiter gestrafft werden, um Inflationsgefahren im Zaum zu halten.
Die Geldpolitik in Amerika muß womöglich noch ein wenig weiter gestrafft werden, um Inflationsgefahren im Zaum zu halten. Die Währungshüter in der Notenbank (Fed) werden die Konjunktur- und Preisdaten in den kommenden Wochen mit besonderer Sorgfalt auf mögliche Risiken für die Preisstabilität abklopfen. Das hat der neue Chairman der Federal Reserve, Ben Bernanke, während seiner ersten Anhörung vor einem Ausschuß des Kongresses in Washington angekündigt. Die amerikanische Wirtschaft sei in guter Verfassung, es bestünden allerdings durchaus Risiken für das Wachstum und die Inflation, sagte Bernanke, der das Amt vor zwei Wochen von Alan Greenspan übernommen hat.
„Zu diesen Risiken zählt die Möglichkeit, daß die erhöhten Energiepreise stärker als von uns derzeit erwartet auf die Preise für andere Güter und Dienstleistungen sowie die Inflationserwartungen durchschlagen“, sagte Bernanke, der viele Jahre als Ökonom an der Elite-Universität Princeton gelehrt und geforscht hat. Auch der Umstand, daß die Kapazitäten in der amerikanischen Wirtschaft inzwischen in einem hohen Maße ausgelastet seien, müsse mit Blick auf Inflationsgefahren gewürdigt werden.
Risiko Immobilienpreise
Zu den Risiken für die Konjunktur zählt nach Bernankes Worten die jüngst zu beobachtende Abkühlung auf dem Immobilienmarkt. Komme es lediglich zu einer Beruhigung nach dem langen Aufschwung, so werde dies der Konjunktur nicht viel anhaben. Es sei aber nicht auszuschließen, daß die Immobilienpreise und die Bautätigkeit schneller zurückgingen als erwartet. In einem solchen Fall würden die Haushalte ihren Konsum vermutlich zugunsten einer höheren Ersparnis einschränken - mit negativen Folgen für das Wachstum.
„Der geldpolitische Rat der Fed sagt für 2006 ein Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent und für 2007 von 3 bis 3,5 Prozent voraus. Die Arbeitslosenquote dürfte sowohl zum Ende dieses als auch des kommenden Jahres zwischen 4,75 Prozent und 5 Prozent betragen“, sagte Bernanke weiter. Bewahrheiteten sich die Risiken für die Preisstabilität nicht, so werde die Kerninflationsrate, welche schwankungsanfällige Energie- und Lebensmittelpreise nicht berücksichtigt, in diesem Jahr 2 Prozent betragen und 2007 auf 1,75 bis 2 Prozent sinken. 2005 lag dieses Inflationsmaß bei 1,9 Prozent. Zuvor hatte die Fed mitgeteilt, daß die Industrieproduktion in Amerika im Januar leicht um 0,2 Prozent gesunken sei. Bankvolkswirte hatten mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Die Kapazitätsauslastung sank von 81,2 Prozent im Dezember auf 80,9 Prozent.
Bernanke, hat sich auch besorgt über die Verfassung der amerikanischen Staatsfinanzen geäußert. „Ich bin besorgt hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Haushaltsdefizite“ sagte Bernanke. Vor allem die Pflichtausgaben für soziale Zwecke würden zu einer Anspannung der Finanzlage führen, sagte Bernanke. Er verwies vor allem auf die hohen Ausgaben für soziale Sicherheit und medizinische Versorgung (Medicare).
| Name | Kurs | Prozent |
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| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2467 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 106,31 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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