Die Teuerung in der Euro-Zone hat sich im Dezember ungebremst fortgesetzt. Das Europäische Statistikamt Eurostat schätzte die jährliche Inflationsrate für Dezember 2007 am Freitag auf 3,1 Prozent. Die Preissteigerung lag damit auf dem Rekordniveau vom November. Damals errechneten die Statistiker bereits den höchsten Stand seit Mai 2001.
Damit übertrifft die Inflation in den bisher 13 Ländern der Euro- Zone erneut die Warnschwelle von 2,0 Prozent deutlich. Nur bei Raten um diesen Wert herum gelten die Preise nach Lesart der Europäischen Zentralbank als stabil. Am 16. Januar will Eurostat sichere Werte für Dezember vorlegen, die aber nahe der Vorabschätzung liegen dürften. Die anschließende Inflationsschätzung für Januar soll dann erstmals die neuen Euro-Länder Zypern und Malta mit einschließen.
Starke Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln
Die EZB hatte den Anstieg der Teuerung bereits seit längerem vorhergesehen und vor allem mit einem ungünstigen Basiseffekt im Zusammenhang mit dem Ölpreis erklärt. Dass die Inflation allerdings noch höher ist als anfangs befürchtet, ist besonders Folge der starken Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln. So hat der Preis für Rohöl am Mittwoch erstmals die Marke von 100 Dollar berührt.
Den großen Einfluss dieser Faktoren auf die gesamte Teuerung hatten zuletzt schon die nationalen Verbraucherpreisdaten in Deutschland und Spanien gezeigt. Während die am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Jahresteuerung in Spanien mit 4,3 Prozent im Dezember höher als erwartet ausfiel, entwickelte sich der Preisauftrieb in Deutschland mit 3,1Prozent wegen rückläufiger Kraftstoffpreise moderater als angenommen, blieb aber dennoch vergleichsweise hoch.
