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Ifo-Konjunkturindex Die Stimmung bleibt gut

22.06.2010 ·  Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni nach dem Dämpfer im Vormonat wieder leicht aufgehellt. Die Aussichten auf das kommende halbe Jahr haben sich hingegen leicht eingetrübt. Nach Einschätzung mancher Experten könnte das auf eine leichte Abschwächung des robusten Wachstum zum Jahresende hindeuten.

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juni wieder leicht gebessert. Die Unternehmen seien mit ihrer momentanen Geschäftslage zufriedener als noch im Mai, teilte das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo am Dienstag mit. Die Aussichten auf das kommende halbe Jahr seien weiterhin gut, hätten sich aber leicht eingetrübt.

Der Geschäftsklimaindex stieg leicht von 101,5 Punkten im Mai auf 101,8 Zähler im Juni und erreichte damit den höchsten Stand seit Mai 2008. Die Bewertung der aktuellen Lage stieg von 99,4 Punkten auf 101,1 Zähler, die Erwartungen sanken aber von 103,7 Zählern auf 102,4 Punkte. Damit seien die Firmen aber immer noch zuversichtlich, betonte das Ifo-Institut.

Der leichte Anstieg des ifo-Geschäftsklimaindex ist für Konjunkturforscher Klaus Abberger ein Beleg für die wirtschaftliche Erholung in Deutschland. In der zunehmenden Skepsis der Unternehmen für die kommenden Monate sieht er noch keinen Anlass zur Sorge. „Die Konjunkturerholung ist intakt“, sagte Abberger. Dafür sprächen auch die günstigen Bewertungen zur derzeitigen Lage. „Im ersten Halbjahr hat die deutsche Wirtschaft einen starken Sprung nach vorne gemacht.“ Nun rechnetendie Firmen offenbar damit, dass es nicht mehr ganz so schnell vorangehe: „Die Unternehmen sind zwar immer noch zuversichtlich, aber nicht mehr ganz so euphorisch“, sagte Abberger.

Auch das Sparpaket der Bundesregierung wird nach Einschätzung des Ifo-Instituts die robuste Konjunkturerholung in Deutschland nicht stoppen. Die Maßnahmen seien wegen der hohen Verschuldung richtig und dienten einer nachhaltigeren Entwicklung, sagte Abberger: „Es ist auch nicht so scharf, dass es die Konjunktur abwürgt.“

Etwas skeptischer sehen es andere Ökonomen: Der Rückgang in der Erwartungskomponente des Index könnte danach ein erster Hinweis auf eine Wachstumsverlangsamung zum Jahresende hin sein. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer sieht in der europäischen Schuldenkrise eine Ursache für den Rückgang der Erwartungen: „Das liegt wohl auch an der Staatsschuldenkrise, die im Fall einer Eskalation wohl einen Unsicherheitsschock wie nach der Lehman-Pleite und eine scharfe Rezession auslösen könnte.“ Zudem sei das zuletzt sehr kräftige Aufwärtstempo in der Industrie auf Dauer nicht durchhaltbar. Eine Panikreaktion der Unternehmen auf die Schuldenkrise ist laut Andreas Scheuerle, Volkswirt bei der DekaBank, aber nicht zu erkennen. Der Rückgang der Erwartungen sei angesichts des hohen Niveaus „normal und angemessen“.

Das Ifo-Geschäftsklima ist das wichtigste Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft. Es basiert auf einer Umfrage bei rund 7000 Unternehmen.

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Von Heike Göbel

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