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Herbstgutachten : EU korrigiert Prognose für Wachstum nach unten

  • Aktualisiert am

Die deutsche Wirtschaft hat ihre Durststrecke nach Einschätzung der EU-Kommission bald hinter sich Bild: dpa

Die EU-Kommission korrigiert ihre Prognose für das Wachstum in der Eurozone nach unten. Die deutsche Wirtschaft indes hat ihre Durststrecke bald hinter sich. Aber Frankreich und Spanien bekommen ihre Defizite nicht in den Griff.

          Die EU-Kommission hat ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in der Eurozone für das kommende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Die gemeinsame Wirtschaftskraft der 17 Euro-Länder schrumpft dem am Mittwoch in Brüssel vorgelegten Herbstgutachten der EU-Kommission zufolge um 0,4 Prozent in diesem Jahr und legt dann im Jahr 2014 nur um 0,1 Prozent zu.

          Im Mai war die EU-Kommission noch von einem Minus von 0,3 Prozent in diesem und einem deutlichen Plus von 1,0 Prozent im kommenden Jahr ausgegangen. „Der kurzfristige Ausblick für die EU-Wirtschaft bleibt unsicher, doch wird für 2013 eine allmähliche Rückkehr des Wachstums erwartet, das sich 2014 weiter festigen soll“, teilte die EU-Kommission mit.

          Die Prognosen für Wirtschaftswachstum und Staatsdefizit
          Die Prognosen für Wirtschaftswachstum und Staatsdefizit : Bild: dpa

          Für die Eurozone sieht die Prognose im Jahr 2014 wieder ein Wachstum um 1,4 Prozent vor. Die Wirtschaftskraft der gesamten EU soll demnach nach einem Minus von 0,3 Prozent in diesem Jahr in den beiden Folgejahren um 0,4 beziehungsweise 1,6 Prozent wachsen. Die EU-Kommission erwartet zudem, dass die Arbeitslosenquote in Europa im kommenden Jahr einen Höchststand erreicht, bevor sie dann wieder leicht absinkt. „Die Arbeitslosigkeit wird 2013 mit knapp elf Prozent in der EU und zwölf Prozent im Euroraum ihren Höchststand erreichen“, heißt es in der Kommissionsmitteilung.

          Im September hatte die Quote in der Eurozone auf dem Rekordhoch von 11,6 Prozent gelegen. Damit waren fast 18,5 Millionen Menschen in den 17 Euro-Ländern ohne Job. Nach einer Arbeitslosenquote von 11,3 Prozent im Jahresdurchschnitt 2012 in der Eurozone soll die Rate den Berechnungen zufolge im kommenden Jahr auf 11,8 Prozent steigen und dann 2014 wieder leicht auf 11,7 Prozent absinken.

          Reformen, solides Haushalten und Wachstum

          Die durchschnittliche Quote in allen 27 EU-Ländern steigt der Prognose zufolge nach 10,5 Prozent in diesem auf 10,9 Prozent im nächsten Jahr, bevor sie 2014 um 0,2 Prozentpunkte sinkt. Angesichts der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit forderte EU-Währungs- und Wirtschaftskommissar Olli Rehn die Mitgliedstaaten auf, weiter an Reformen, soliden Haushalten und Wachstum zu arbeiten. „Europa muss auch in Zukunft eine solide Finanzpolitik mit Strukturreformen verknüpfen, um die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum zu schaffen, das eine Senkung der Arbeitslosigkeit von ihrem derzeit untragbar hohen Stand ermöglicht“, mahnte der finnische Kommissar.

          Die deutsche Wirtschaft hat ihre Durststrecke nach Einschätzung der EU-Kommission bald hinter sich: „Nach einer moderaten Wachstumsrate von 0,8 Prozent 2012 und 2013 wird sich das Bruttoinlandsprodukt 2014 um gesunde 2,0 Prozent steigern“, prognostizierten die Konjunkturexperten der Gemeinschaft am Mittwoch. Vorangetrieben wird die Entwicklung demnach von einer starken Binnennachfrage der Konsumenten und der hohen Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen.

          „Europa muss auch in Zukunft eine solide Finanzpolitik mit Strukturreformen verknüpfen, um die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum zu schaffen, das eine Senkung der Arbeitslosigkeit von ihrem derzeit untragbar hohen Stand ermöglicht“: Olli Rehn
          „Europa muss auch in Zukunft eine solide Finanzpolitik mit Strukturreformen verknüpfen, um die Voraussetzungen für ein nachhaltiges Wachstum zu schaffen, das eine Senkung der Arbeitslosigkeit von ihrem derzeit untragbar hohen Stand ermöglicht“: Olli Rehn : Bild: REUTERS

          Dies mache die Schwäche wichtiger Handelspartner und die Unsicherheit wegen der Schuldenkrise der Euro-Zone wett. Zuletzt hat sich das Bild in Deutschland deutlich eingetrübt: Die deutschen Unternehmen haben ihre Produktion überraschend stark gedrosselt und Volkswirte gehen inzwischen davon aus, dass das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft Europas im vierten Quartal schrumpfen wird - erstmals seit Ende 2011.

          Die Euro-Schwergewichte Frankreich und Spanien bekommen ihre Defizite hingegen nicht in den Griff. Paris wird im kommenden Jahr auf 3,5 Prozent der Wirtschaftsleistung kommen und es damit nicht - wie verbindlich zugesagt - schaffen, die Maastrichter Defizitgrenze von 3 Prozent einzuhalten. Defizitsünder Spanien soll eigentlich 2014 die Maastrichter Grenze wieder einhalten - laut Kommission dürfte dies „bei einer unveränderten Politik“ aber nicht gelingen. Erwartet werden 6 Prozent Defizit im kommenden Jahr und sogar 6,4 Prozent im übernächsten Jahr. Madrid bekommt bereits Hilfen der Europartner für marode Banken und ist ein potenzieller Kandidat für ein Vollprogramm zur Unterstützung des Gesamtstaates.

          Quelle: FAZ.NET

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