19.04.2010 · Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) rechnet zum Auftakt der Hannover Messe mit einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent im Jahr 2010. Damit schätzt der BDI die Konjunktur optimistischer ein als Bundesregierung und Forschungsinstitute.
Die deutsche Industrie gibt sich zu Beginn der Hannover Messe optimistisch: Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) erklärte ein Wirtschaftswachstum von zwei Prozent im Jahr 2010 für machbar. In der Paradebranche Maschinenbau geht es nach Angaben des Verbandes VDMA wieder aufwärts, Geschäftsführer Hannes Hesse sprach von einem „positiven Trend“ und verwies auf gute Auftragseingänge. Außerdem zieht der Energieverbrauch der Industrie seit Jahresbeginn spürbar an.
Bundeskanzlerin Angela Merkel nannte bei ihrem Messerundgang am Montag die hohe Zahl der Aussteller und die sehr große Innovationskraft „ein Zeichen der Hoffnung für die Überwindung der Krise“. BDI-Präsident Hans-Peter Keitel sagte, „zwei Prozent vor dem Komma“ seien beim Wirtschaftswachstum machbar. Als Voraussetzungen nannte er eine stabile Weltwirtschaft, kalkulierbare Energie- und Rohstoffpreise „und wenn eine flächendeckende Kreditklemme ausbleibt“.
Damit ist der BDI mit seinen Konjunkturerwartungen deutlich optimistischer als die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute, die von 1,5 Prozent Wachstum für das laufende Jahr ausgehen. Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland seien trotz weiterbestehender Risiken gut, sagte Keitel. Die deutsche Wirtschaft profitiert nach seiner Einschätzung zunehmend vom Anziehen des Welthandels. „Die konjunkturelle Erholung wird wie auch in früheren Zyklen über die Wachstumsmaschine Export laufen“, sagte Keitel. „Zwei Prozent Wachstum bringen etwa zwölf Milliarden Euro zusätzliche Steuereinnahmen pro Jahr - nicht zuletzt durch etwa 120.000 zusätzliche Jobs“, sagte Keitel.
Maschinenbauer sehen positiven Trend
Im deutschen Maschinenbau sind seit Jahresbeginn rund 12.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Die Produktion lag bis Ende Februar um 11,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Dennoch rechnet der Branchenverband VDMA im Verlauf des Jahres 2010 mit einer leichten Aufwärtsentwicklung der Geschäfte. „Eine schwarze Null gilt aus unserer Sicht als sicher“, sagte Geschäftsführer Hesse. Er sprach von einem „positiven Trend“.
Allerdings müssten laut Hesse dazu die „Bestellungen ihren Wachstumskurs fortsetzen“. Im Monat Februar seien die Auftragseingänge um 26 Prozent gestiegen. Im Krisenjahr 2009 war die Zahl der Beschäftigten im Maschinenbau um 3,4 Prozent auf 921.000 gefallen. Der Maschinenbau ist noch vor der Autoindustrie der größte industrielle Arbeitgeber Deutschlands.
Energieverbrauch zieht wieder an
Nach dem Ende der Wirtschaftskrise zieht der Energieverbrauch der deutschen Industrie erstmals wieder an. Der gesamte Strom- und Erdgasabsatz stieg im ersten Quartal 2010 um 5 Prozent, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Montag zu Beginn der Hannover Messe mitteilte. Dabei wuchs nach Angaben von Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller der Stromverbrauch um 3 Prozent, der Gasverbrauch um 7 Prozent. Grund war laut Müller neben dem kalten Winter „ein erfreulicherweise ansteigender Industrieverbrauch“. 2009 war der Stromverbrauch der Industrie um 10 Prozent gesunken.
Die größte Industriemesse der Welt hatte mit einem Rundgang von Bundeskanzlerin Angela Merkel ihre Pforten für Besucher geöffnet. 4.821 Unternehmen aus 64 Ländern zeigen bis Freitag Neuigkeiten aus Maschinenbau, Energieversorgung und anderen Branchen. Damit hat die Messe nach Veranstalterangaben das Niveau des Boomjahres 2008 erreicht. Allerdings ist die gebuchte Ausstellungsfläche um etwa 10 Prozent kleiner.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2467 | −0,17% |
| Rohöl Brent Crude | 106,31 $ | −0,51% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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