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GfK-Konsumklima Aussicht auf Neuwahl verunsichert Verbraucher

28.06.2005 ·  Anders als in der Wirtschaft steigert die geplante Neuwahl unter den Verbrauchern nicht die Stimmung. Das GfK-Konsumklima für Juli sank deutlich stärker, als von Experten erwartet worden war.

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Die Aussicht auf eine Neuwahl hat unter deutschen Verbrauchern keine Aufbruchstimmung ausgelöst.

„Trotz der Ankündigung von Neuwahlen für den Herbst dieses Jahres ist von einer Trendwende bei der Verbraucherstimmung nichts zu spüren“, folgerte die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Dienstag aus ihrer Juni-Umfrage unter 2.000 Bundesbürgern. Das daraus berechnete Konsumklima für Juli sank auf 3,5 von revidiert 4,3 Punkten für Juni.

Hohe Angst vor Arbeitslosigkeit

Die Bereitschaft der Menschen zu größeren Anschaffungen sei erneut gesunken, weil sie sich weiter nicht darüber klar seien, welche finanziellen Be- oder Entlastungen auf sie zukommen. Dagegen nahm ihr Pessimismus über die wirtschaftlichen Aussichten und ihre eigene finanzielle Situation etwas ab. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten hatten einen deutlich geringeren Rückgang des Konsumklimas erwartet.

Der Indikator für die Bereitschaft zum Kauf langlebiger Güter wie Autos oder Möbel sank um 4,5 auf minus 25,8 Punkte. Schuld am Rückgang seien die mit einer Neuwahl verbundenen Unsicherheiten und die große Angst vor Arbeitslosigkeit. „Jeder dritte Erwerbstätige in West- und jeder zweite in Ostdeutschland sieht seinen Arbeitsplatz bedroht“, erläuterte die GfK.

„Binnennachfrage ohne wesentlichen Beitrag“

Der Indikator für die Einkommenserwartung stieg um gut drei Punkte auf minus 9,9 Zähler, war jedoch im letzten Monat um über 13 Punkte gefallen. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und der Diskussion über eine Erhöhung der Mehrwertsteuer (FAZ.NET-Spezial: Steuerdebatte) nannten es die GfK-Forscher erstaunlich, daß sich der Indikator überhaupt erhöhte. Die Bundesbürger haben aber kaum Hoffnung, daß sich die wirtschaftliche Lage bald bessert - das Barometer für die Konjunkturerwartungen legte nur um knapp drei Punkte auf minus 13,4 Zähler zu.

„Die Binnennachfrage wird in diesem Jahr vermutlich keinen wesentlichen Beitrag zur konjunkturellen Entwicklung liefern“, schloß die GfK aus den Umfrage-Ergebnissen. Sowohl die Sorgen der Menschen über ihre finanzielle Situation, als auch die Angst vor Arbeitsplatzverlust und der hohe Ölpreis verhinderten, daß die Menschen mehr konsumieren.

Anders als bei den Verbraucher sorgt die angekündigte Neuwahl in der Wirtschaft für eine bessere Stimmung. Am Montag hatte das Ifo-Institut vermeldet, daß der Geschäftsklimaindex gestiegen ist (Ifo-Index Juni: Stimmung etwas verbessert).

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters
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