Home
http://www.faz.net/-gqe-74w50
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER
Risikoabsicherung

Geringeres Wachstum Bundesbank schraubt Prognosen nach unten

Europas Krise hat Deutschland erreicht. Die Bundesbank rechnet für das kommende Jahr nur mit einem minimalen Wachstum der deutschen Wirtschaft. Das hat die Notenbank am Freitag in ihrer halbjährlichen Konjunkturprognose mitgeteilt.

© dapd Vergrößern Die Bundesbank blickt skeptisch auf die deutsche Konjunktur.

Die deutsche Wirtschaft wird 2013 nach Einschätzung der Bundesbank nur noch minimal zulegen. Die Notenbank kappte ihre Prognose aus dem Sommer deutlich von 1,6 Prozent auf 0,4 Prozent. Das Wachstum dürfte „angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage in Teilen des Euroraums und der weit verbreiteten Verunsicherung geringer ausfallen“, begründete die Bundesbank am Freitag in ihrer halbjährlichen Konjunkturprognose.

Für das laufende Jahr veranschlagt die Bundesbank nun eine Zunahme des preisbereinigten Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,7 Prozent. Im Juni waren die Notenbanker noch von 1,0 Prozent Wachstum für 2012 ausgegangen. Für 2013 ist die Bundesbank damit deutlich pessimistischer als die Bundesregierung, die ein Plus von 1,0 Prozent veranschlagt.

Europas Krise erreicht Deutschland

„Es gibt jedoch die begründete Aussicht, dass die wirtschaftliche Schwächephase nicht allzu lange anhalten wird und Deutschland bald wieder auf einen Wachstumspfad zurückkehrt“, befand die Bundesbank. So könnte die globale Konjunktur wieder Fahrt aufnehmen. 2014 traut die Bundesbank der deutschen Wirtschaft 1,9 Prozent Wachstum zu.

Ähnlich fällt die aktuelle Prognose der Europäischen Zentralbank (EZB) aus: Sie stimmt den Euroraum für 2013 auf ein weiteres Rezessionsjahr ein, rechnet aber damit, dass sich die Konjunktur gegen Ende 2013 allmählich erholen und 2014 wieder wachsen wird.

Schon in den vergangenen Monaten deutete sich an, dass sich Europas größte Volkswirtschaft der Krise auf dem Kontinent auf Dauer nicht entziehen kann. Nachdem sich das Wachstum in den ersten drei Quartalen 2012 stetig verlangsamte, erwarten Ökonomen für den Zeitraum Oktober bis Ende Dezember bestenfalls Stagnation.

Bundesbank erwartet keine hohe Inflation

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sagte am Freitag: „Die gute Grundkonstitution der deutschen Wirtschaft spricht aber dafür, dass sie die vorübergehende Schwächephase ohne größere Schäden insbesondere am Arbeitsmarkt übersteht.“ Unter anderem Kurzarbeit dürfte demnach einmal mehr als Konjunkturpuffer dienen. Die Arbeitslosenquote in Deutschland könnte sich nach Einschätzung der Bundesbank im kommenden Jahr zwar leicht auf 7,2 Prozent erhöhen, sie sollte dann aber wieder auf 7,0 Prozent zurückgehen.

Mehr zum Thema

An der Preisfront erwartet die Bundesbank trotz weit geöffneter EZB-Geldschleusen keine dramatischen Entwicklungen - im Gegenteil: Der Anstieg der Verbraucherpreise könnte sich abschwächen - von 2,1 Prozent im laufenden Jahr auf 1,5 Prozent 2013 und 1,6 Prozent 2014. Damit läge die Inflation unter der EZB-Zielmarke von 2,0 Prozent, bei der die Währungshüter stabile Preise gewahrt sehen.

Quelle: FAZ.net mit dpa-AFX

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Termine des Tages Bundestag will bewussten Umgang mit neuen Medien fördern

Der Deutsche Bundestag debattiert über die Förderung der Medienkompetenz und entscheidet über Änderungen bei der Lkw-Maut. Frosta lädt zur Bilanzpressekonferenz. Mehr

26.03.2015, 06:10 Uhr | Wirtschaft
Rückblick Der Arbeitsmarkt in Europa 2014

Wie hat sich der europäische Arbeitsmarkt 2014 entwickelt? Neue Jobmodelle und Fachkräftemangel bringen frischen Wind in die Arbeitswelt. Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft Köln hat die Entwicklungen beobachtet. Mehr

27.11.2014, 12:49 Uhr | Wirtschaft
Termine des Tages Was bringt die Sparpolitik in Griechenland?

Die Hans-Böckler-Stiftung stellt die Studie zu den Folgen der Sparpolitik in Griechenland vor und das Statistische Bundesamt veröffentlicht seine Umsatzsteuerstatistik. Mehr

19.03.2015, 07:03 Uhr | Wirtschaft
Konjunktur Wirtschaftsweise senken Prognose für Deutschland

Die Wachstumsprognose der Wirtschaftsweisen fällt negativ aus. Die Regierung wies jedoch eine Verantwortung dafür zurück. Mehr

12.11.2014, 17:13 Uhr | Wirtschaft
Bundesbank Verbraucher in Deutschland zahlen weiter vor allem bar

Deutsche Bürger bevorzugen noch immer Schein und Münze, doch der Anteil bargeldloser Transaktionen steigt kontinuierlich. Das hat eine Studie der Bundesbank ergeben. Beim Plastikgeld wird vor allem die EC-Karte immer beliebter. Mehr

19.03.2015, 10:38 Uhr | Finanzen
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 07.12.2012, 13:02 Uhr

Heikle Geheimnisse

Von Joachim Jahn

Der Flugzeug-Absturz über Südfrankreich hat eine Debatte um die ärztliche Schweigepflicht entfacht. Eine Idee klingt bedenkenswert. Mehr 1 1


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Grafik des Tages Gründer auf dem Rückzug

Der Sprung in die Selbständigkeit übt hierzulande einen immer geringeren Reiz aus. Immer seltener gründen Deutsche einen eigenen Betrieb. Mehr

Nachrichten in 100 Sekunden
Nachrichten in 100 Sekunden