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Geldpolitik Zinserhöhung im Juni wird wahrscheinlicher

04.05.2006 ·  Die Europäische Zentralbank (EZB) hat wie erwartet den Leitzins unverändert bei 2,5 Prozent gelassen. Noch. EZB-Präsident Trichet spricht anders als bisher von „starker Wachsamkeit“ gegenüber Preisrisiken.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) legt wie erwartet bei ihren Zinserhöhungen eine Pause ein. Aber es wird wohl eine kurze sein: EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat die Erwartungen der Märkte bestärkt, daß die Notenbank im Juni abermals die Zinsen erhöhen wird. Im Gegensatz zu den vergangenen Monaten sprach Trichet am Donnerstag nach der Zinssitzung der EZB wiederholt von einer „starken Wachsamkeit“, mit der die EZB Preisrisiken begegnen werde.

„Der Rat wird starke Wachsamkeit ausüben, um sicherzustellen, daß sich Risiken für die Preisstabilität auf mittlere Sicht nicht materialisieren.“ Trichet wiederholte frühere Aussagen, nach denen sich die EZB nicht im voraus auf Zinserhöhungen festlegt. Die bisherigen Konjunkturdaten bestätigten die Einschätzung der Notenbank, daß sich der Aufschwung festigt. Neben der stärkeren Konjunktur erhöhe der Anstieg des Ölpreises die Gefahren für die Preisstabilität, sagte Trichet.

Leitzins bleibt bei 2,5 Prozent

Die Währungshüter ließen den Leitzins in der Euro-Zone von 2,5 Prozent wie erwartet unverändert. Seit Dezember hat die EZB den lange Zeit historisch niedrigen Zins zwei Mal um jeweils 25 Basispunkte angehoben. Banken-Volkswirte prognostizieren bis zum Frühjahr 2007 im Schnitt noch drei Zinserhöhungen um ein viertel Prozent auf dann 3,25 Prozent.

Nach jüngsten Daten verstärkt sich der Aufschwung, so daß die EZB mit höheren Zinsen steigender Inflation vorbeugen will. Die Zentralbank sieht angesichts der besseren Konjunktur, hoher Ölpreise und bevorstehender Steuererhöhungen Gefahr für die Preisstabilität heraufziehen. Auch die üppige Geldversorgung der Wirtschaft signalisiert ihr zufolge Inflationsgefahr.

Die guten Wirtschaftsdaten und die gestiegene Inflationsrate machen aus Sicht von Ökonomen weitere Zinserhöhungen notwendig. Wegen der Rekordölpreise hat sich die Inflationsrate in der Euro-Zone im April auf 2,4 Prozent beschleunigt nach 2,2 Prozent im März. Die EZB sieht die Preisstabilität nur bei Teuerungsraten knapp unter zwei Prozent gewährleistet.

Auch die Bank von England (BoE) hat am Donnerstag den Leitzins den neunten Monat in Folge unverändert bei 4,5 Prozent gelassen. Der Schritt der Zentralbank war an den Finanzmärkten weithin erwartet worden. Die Bank gab wie üblich keine Begründung zu ihrer Entscheidung. Uneinigkeit besteht unter Experten über die weitere Zinspolitik in Großbritannien. Viele Analysten rechnen damit, daß die Zentralbank die Zinsen später in diesem Jahr senken wird, um der Wirtschaft einen weiteren Impuls zu geben.

Quelle: FAZ.NET mit Material von Reuters, dpa
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