12.08.2004 · Der hohe Ölpreis könnte nach Ansicht des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) die Wachstumsdynamik im Euro-Raum dämpfen und stellt ein Preisrisiko dar. Das geht aus dem EZB-Monatsbericht für August hervor.
Der hohe Ölpreis könnte nach Ansicht des Rats der Europäischen Zentralbank (EZB) die Wachstumsdynamik im Euro-Raum dämpfen. Das geht aus dem EZB-Monatsbericht für August hervor, in dem die Zentralbank die Begründung für ihren jüngsten Zinsentscheid nachliefert. Der EZB-Rat hatte vergangene Woche den Leitzins im Euro-Raum bei 2 Prozent behalten ().
Ungeachtet des Ölpreises behält die EZB ihren moderaten Konjunkturoptimismus bei. Die Voraussetzungen eines sich auf breiterer Front verstärkenden Aufschwungs im Euro-Raum seien gegeben. Doch haben sich die Erwartungen, daß das robuste weltwirtschaftliche Wachstum womöglich die Inlandskonjunktur stärker als erwartet beschleunigen könnte, verflüchtigt. Eine im Vormonat noch vorhandene entsprechende Passage findet sich im Vorwort des Monatsberichts August nicht mehr. Unterstützung für seinen moderaten Optimismus sieht der EZB-Rat darin, daß die Banken im Euro-Raum gemäß der EZB-Umfrage vom Juli eine leichte Lockerung ihrer Kreditrichtlinien für Unternehmen und von Wohnungsbaukrediten an private Haushalte meldeten. Es war die erste Lockerung seit Beginn der Umfrage im Januar 2003.
Der EZB-Rat erwartet weiterhin, daß die mittelfristigen Inflationsaussichten mit Preisstabilität im Einklang stehen und die Inflationsrate von zuletzt 2,4 Prozent im kommenden Jahr unter 2 Prozent fallen werde. Risiken bestünden im hohen Ölpreis, in möglichen Erhöhungen indirekter Steuern und in potentiellen Lohn- und Preissteigerungen, die die kürzerfristig erhöhte Inflation ausgleichen sollten. Die Risiken aus der vorhandenen Überschußliquidität im Euro-Raum haben sich nach Einschätzung des EZB-Rats nicht geändert; sie könnte eine Inflationsgefahr darstellen, wenn die Liquidität, insbesondere bei einer zunehmenden Konjunkturbelebung, in Transaktionskasse umgewandelt würde. Die vierteljährliche Umfrage der EZB unter Finanzmarktbeobachtern zeigt, daß diese ihre Inflationserwartungen für 2004 von 1,8 auf 2,1 Prozent angehoben haben. Für das kommende Jahr erwarten die Analysten nun eine Inflationsrate von 1,9 nach zuvor 1,8 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2466 | −0,18% |
| Rohöl Brent Crude | 106,36 $ | −0,46% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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