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Geldpolitik Euro-Notenbanken bauen Stellen ab

11.01.2005 ·  Die Notenbanken in der Europäischen Währungsunion haben seit dem Start des Euro insgesamt 7 Prozent ihrer Stellen abgebaut. 2004 beschäftigten sie 52 321 Personen.

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Die Notenbanken in der Europäischen Währungsunion haben seit dem Start des Euro insgesamt 7 Prozent ihrer Stellen abgebaut. Die - inklusive der Europäischen Zentralbank (EZB) - dreizehn Notenbanken beschäftigten im vergangenen Jahr 52.321 Personen. Das sind 4129 weniger Mitarbeiter als 2001, als die Zahl der Beschäftigten vor der Einführung des Euro-Bargelds ihren Höhepunkt erreicht hatte. Diese Angaben hat jetzt die Fachzeitschrift "Central Banking" vorgelegt. Nur in Irland, Luxemburg, den Niederlanden und bei der im Aufbau befindlichen EZB ist die Zahl der Mitarbeiter seit Beginn der Währungsunion gestiegen. Die Daten wurden im Herbst 2004 erhoben und geben nur eine Momentaufnahme.

Gemessen am Personalbestand, ist schon seit 2003 die Bank von Frankreich die größte Notenbank im Euro-Raum. Sie beschäftigte im vergangenen Jahr 15.032 Mitarbeiter; die Bundesbank dagegen 13.619. Seit der Umfrage hat die Bundesbank weitere Stellen abgebaut. Ende Oktober lag die Mitarbeiterzahl bei 13.517. In den vergangenen zwei Jahren hat die Bundesbank fast 2400 Stellen abgebaut. Bis Ende 2007 will sie die Mitarbeiterzahl auf 11.100 verringern.

Bundesbank schneller als Banque de France

Nach den Angaben von "Central Banking" hat die Bundesbank seit dem Start des Euro 14,3 Prozent ihrer Stellen gestrichen, während die französische Notenbank bislang nur 3,6 Prozent der Arbeitsplätze abgebaut hat. Im Vergleich zur Bevölkerungszahl beschäftigt kein anderer der großen Euro-Staaten so viele Notenbanker wie Frankreich. Auf je 100.000 Einwohner kommen in Frankreich 24,9 Notenbanker. In Deutschland sind es 16,5, in Italien 13,9. Kleinere Staaten weisen in diesem Vergleich deutlich höhere Quoten aus.

Die Notenbanken in der Währungsunion stehen seit dem Start des Euro immer wieder unter Kritik, weil ihre Personalausstattung deutlich höher ist als beispielsweise im vergleichbaren Währungsraum der Vereinigten Staaten. Das dortige Fed-System beschäftigte im vergangenen Jahr nur 22.160 Mitarbeiter, weniger als die Hälfte der Beschäftigten im Euro-System. Bezogen auf 100.000 Menschen brauchen die Amerikaner 7,6 Notenbanker, während das Euro-System auf 17,1 zurückgreift. Die neuen EU-Staaten beschäftigen insgesamt 8615 Notenbanker; im Verhältnis zur Bevölkerung sind dies 11,5 je 100.000 Einwohner.

Die Angaben zu den einzelnen Notenbanken sind nicht zur Gänze zu vergleichen, weil die Aufgaben der Zentralbanken sich teils deutlich unterscheiden. So erhöhte sich etwa die Beschäftigtenzahl in Irland seit 1999 um 56 Prozent, weil die irische Notenbank Aufgaben in der Finanzaufsicht übernahm.

Quelle: pwe. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2005, Nr. 9 / Seite 20
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