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Geldpolitik Bundesbank sieht Wert in der monetären Analyse

23.05.2006 ·  Monetäre Indikatoren wie das Trendwachstum der Geldmenge M3 liefern nützliche Informationen über die zukünftige Inflationsentwicklung im Euro-Raum. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Bundesbank.

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Monetäre Indikatoren wie das Trendwachstum der Geldmenge M3 liefern nützliche Informationen über die zukünftige Inflationsentwicklung im Euro-Raum. Das ist das Ergebnis einer Studie der Deutschen Bundesbank. Allerdings sei eine sorgfältige und breit angelegte monetäre Analyse notwendig, um diese Informationen sinnvoll nutzen zu können, stellt der Autor der Studie, Boris Hofmann vom Forschungszentrum der Bundesbank, heraus. Dieses Ergebnis bekräftige, daß das breit angelegte Vorgehen der Europäischen Zentralbank (EZB) im Rahmen ihrer monetären Analyse sachgerecht sei.

Hintergrund der Studie ist die Diskussion in Fachkreisen, in der der Zusammenhang zwischen Entwicklung der Geldmenge und künftiger Inflation in Frage gestellt wird. Diese Diskussion hatte in letzter Zeit dadurch neue Nahrung erhalten, daß die Inflation im Euro-Raum recht moderat geblieben ist, obwohl die Geldmenge M3 in den vergangenen Jahren kräftig gestiegen war. Manche Kritiker leiteten daraus ab, daß die monetäre Analyse im Rahmen der geldpolitischen Zwei-Säulen-Strategie der EZB hinfällig geworden sei. Unter Führung ihres Chefvolkswirts Otmar Issing ist die EZB dieser Kritik bereits seit langem mit dem Argument entgegengetreten, daß ihre monetäre Analyse nie einen "mechanistischen" Zusammenhang zwischen M3-Entwicklung und späterer Inflation unterstellt habe, sondern vielmehr vielschichtig angelegt sei und unterschiedliche Gründe für das starke M3-Wachstum in den Blick nehme.

Zudem hat die EZB Zug um Zug neuartige Verfahren öffentlich gemacht, mit denen sie ihre monetäre Analyse verfeinerte. Dazu zählt nicht zuletzt, daß sie die Entwicklung der Geldmenge seit einiger Zeit um Portfolio-Umschichtungen bereinigt. Von Juni an wird die EZB Datenreihen vorlegen, in denen kurz- und mittelfristige Schwankungen der Geldmenge mit statistischen Verfahren herausgefiltert werden. Die sich so ergebenden "niederfrequenten" Schwankungen von M3 prognostizierten die mittel- und langfristige Inflationsentwicklung gut, heißt es. Dies bestätige den Wert der monetären Analyse.

Geldmenge liefert gute Inflationsprognosen

Die Studie der Bundesbank zielt in die gleiche Richtung. Hofmann hat zahlreiche monetäre und nicht monetäre Indikatoren in einfachen Modellen auf ihre Prognosegüte für künftige Inflation untersucht. Dabei habe sich gezeigt, daß die Qualität von monetären Inflationsprognosen in den vergangenen drei Jahren - aufgrund der Portfolio-Umschichtungen - nicht so gut gewesen sei wie in den ersten Jahren der seit 1999 bestehenden Währungsunion, schreibt Hofmann. Doch gebe es Wege, diese Schwächen auszumerzen.

Eine Möglichkeit bestehe darin, aus den einzelnen, aus monetären Indikatoren abgeleiteten Prognosen einen Durchschnittswert zu bilden. Dieser Durchschnittswert liefere auch in jüngerer Zeit befriedigende Ergebnisse für die Inflationsprognose, dabei vor allem für den mittelfristigen Zeitraum von zehn bis zwölf Monaten, der für die EZB besonders relevant sei, heißt es in der Studie. Zudem liefere auch die um Portfolio-Umschichtungen bereinigte Geldmenge M3 "sehr gute Inflationsprognosen". Eine Schlußfolgerung der von Hofmann vorgelegten Untersuchung sei, daß die jüngste - stark von zusätzlicher Kreditvergabe getriebene - Zunahme von M3 auf erhöhte Inflationsrisiken im Euro-Raum hinweise, heißt es.

Quelle: bf. / F.A.Z., 24.05.2006, Nr. 120 / Seite 12
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