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Veröffentlicht: 30.04.2012, 15:26 Uhr

Gehälter und Arbeitszeiten Wie die Arbeitnehmer vom Fortschritt profitieren

Die Arbeitnehmer erwirtschaften heute viel mehr als vor 20 Jahren. Bessere Löhne bekommen sie dafür nicht. Aber sie haben andere Vorteile.

von
© dapd Die Deutschen arbeiten kürzer, aber produktiver als vor 20 Jahren

Ein Drittel mehr Produktion pro Arbeitsstunde. Das muss man erst mal schaffen - aber die Wirtschaft in Deutschland hat es hinbekommen. Zwischen 1991 und 2011 ist die Wirtschaftsleistung pro Arbeitsstunde um 34,8 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt - „Produktivität je Erwerbstätigenstunde“ heißt dieser Wert im Statistik-Deutsch. Unter anderem waren es neue, bessere Maschinen und Computer, die die Produktivität gesteigert haben.

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Da erwarten viele Leute, dass die Löhne entsprechend steigen. Schließlich heißt die alte Regel der Gewerkschafter: Die Arbeitnehmer sollen eine Lohnerhöhung bekommen, die mindestens der Inflation plus dem Produktivitätszuwachs entspricht. So profitieren die Arbeitnehmer von der zusätzlichen Produktion, während die Arbeitgeber nur die zusätzlichen Erträge ausbezahlen müssen.

Infografik / Produktives Deutschland © dpa Vergrößern Seit der Wiedervereinigung Deutschlands hat sich die Produktivität Deutschlands um ein Drittel erhöht

Doch das ist nicht geschehen. Die Löhne sind in den vergangenen 20 Jahren real kaum gestiegen, wie die Bundesstatistiker ebenfalls ausgerechnet haben. Zwar ist nominal das durchschnittliche Arbeitnehmer-Entgelt in dieser Zeit um fast die Hälfte gewachsen - die Preise sind aber fast genauso schnell gestiegen. Unterm Strich steht ein geringes reales Lohnplus von etwas über einem Prozent in 20 Jahren.

Doch die Arbeitnehmer haben anders vom Fortschritt profitiert. Zum einen arbeiten sie zeitlich für dieses Geld deutlich weniger als früher: Jeder Arbeitnehmer hat 2011 laut Statistischem Bundesamt 9,7 Prozent weniger gearbeitet als noch 1991. Zum anderen haben heute deutlich mehr Menschen Arbeit als damals - insgesamt gab es in Deutschland 2011 mehr als zwei Millionen Erwerbstätige mehr.

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Wenn jetzt die Arbeitslosigkeit sinkt, hofft mancher auf steigende Löhne. Zum Jahresanfang sah es allerdings nicht so aus - im Januar sind zumindest die Tarifabschlüsse hinter der Inflation zurückgeblieben, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.

Steigen die Löhne dann demnächst? Nicht unbedingt. Die Nachfrage nach Arbeitskräften scheint wieder zurückzugehen, wie die Bundesagentur für Arbeit mitteilt - ihr Stellenindex ist im April gegenüber dem März um 5 auf 171 Punkte gesunken. Das kann daran liegen, dass die Bundesagentur die Nachfrage mitten in den Osterferien gemessen hat. Die Bundesagentur selbst folgert aber: „Der Höhepunkt der Nachfrage scheint überschritten zu sein.“

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