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Gazprom liefert vielleicht günstiger : Sinken die Gaspreise in Europa?

  • Aktualisiert am

Gas-Verteilstation in der Nähe von Minsk in Weißrussland. Bild: REUTERS

Europas wichtigster Erdgaslieferant Gazprom denkt offenbar darüber nach, nächstes Jahr die Preise zu senken. Der Staatskonzern reagiert auf wachsenden Druck von Kunden und Rivalen.

          Europa kann womöglich auf günstigeres Erdgas aus Russland hoffen. Der russische Monopolist Gazprom wird die Preise in seinen langfristigen Verträgen im kommenden Jahr wahrscheinlich spürbar reduzieren, verlautete aus dem Unternehmen verlautete. Der Konzern reagiert damit auf wachsenden Druck von Kunden und Rivalen, die auf einen Nachfragerückgang infolge der Konjunkturflaute verweisen.

          Den Gazprom-Kreisen zufolge wird 2013 für Langfrist-Verträge mit den Abnehmern in Europa eine Senkung des Preises auf etwa 370 Dollar je 1000 Kubikmeter angepeilt, nachdem im auslaufenden Jahr noch mehr als 400 Dollar verlangt wurden. „Die Prognose kann im Jahresverlauf noch geändert werden“, sagte eine mit den Plänen vertraute Person aus dem Konzern. Der angegebene Preis läge etwas unter dem, was Erdgas derzeit in Deutschland bei sofortiger Lieferung (Spotmarkt) kostet.

          Wettbewerbsverfahren gegen Gazprom

          Gazproms größter Rivale im Geschäft mit Europa, der norwegische Statoil -Konzern, hatte jüngst bereits deutlich gemacht, dass seine Preise unter Druck stehen. Gazprom ist der wichtigste Erdgaslieferant Europas und deckt etwa ein Drittel des dortigen Bedarfs. Rund 80 Prozent des Konzernumsatzes werden damit erwirtschaftet. Die EU-Kommission hatte im September ein Wettbewerbsverfahren gegen Gazprom eröffnet, weil der Konzern ihrer Ansicht nach seine Marktdominanz in Ost- und Mitteleuropa missbraucht.

          Unterdessen sind die Gaspreis-Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine ins Stocken geraten. Der ukrainische Präsident Viktor Janukowitsch, der die Energierechnung seines Landes senken will, verschob einen für Dienstag geplanten Besuch bei seinem russischen Amtskollegen Wladimir Putin in Moskau.

          Experten halten es allerdings für wenig wahrscheinlich, dass es zu einer ähnlichen Eskalation kommen wird wie in den Jahren 2006 und 2009. Damals geriet Europa in Mitleidenschaft, weil die Ukraine weniger russisches Gas durch ihre Pipelines strömen ließ. Als Konsequenz wollen die europäischen Staaten ihre Abhängigkeit von russischen Energielieferungen verringern. Das Thema dürfte auch beim EU-Russland-Gipfel am Freitag in Brüssel eine Rolle spielen.

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