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G7-Treffen G7 warnt vor Wechselkursausschlägen

09.02.2004 ·  Die Finanzminister und Notenbankgouverneure der sieben bedeutendsten Industrienationen (G7) haben bei ihrem Treffen in Boca Raton vor „ungeordneten Bewegungen der Wechselkurse“ gewarnt. FAZ.NET-Spezial.

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Die Finanzminister und Notenbankgouverneure der sieben bedeutendsten Industrienationen (G 7) haben vor einer "übertriebenen Schwankungsanfälligkeit" und "ungeordneten Bewegungen" der Wechselkurse gewarnt. Diese seien "unerwünscht", weil sie das Wirtschaftswachstum gefährdeten, heißt es in der Abschlußerklärung des G-7-Treffens in Boca Raton. Die Warnung steht in Zusammenhang mit der kräftigen Abschwächung des Dollar in den vergangenen Monaten, vor allem gegenüber dem Euro.

Die Siebener-Gruppe bezeichnete zugleich ein höheres Maß an Wechselkursflexibilität in "bedeutenden Ländern oder Wirtschaftsräumen" als "wünschenswert", um eine Anpassung des Dollar-Kurses auch gegenüber anderen Währungen sicherzustellen. Das betrifft vor allem den chinesischen Renminbi, der von der Führung in Peking im festen Verhältnis zum Dollar gehalten wird, sowie andere asiatische Währungen, deren Aufwertung bisher durch Devisenmarktinterventionen behindert wird.

Amerikaner sprechen sich für starken Dollar aus

Der amerikanische Finanzminister John Snow sagte, seine Regierung sei weiter an einem starken Dollar interessiert, denn dieser sei gut für die amerikanische Wirtschaft. Weitere Erläuterungen zu den Aussagen über Wechselkurse gab Snow ebenso wie die übrigen Teilnehmer nicht. Bundesfinanzminister Hans Eichel verwies darauf, daß das Kommuniqué einmütig beschlossen worden sei: "Wir haben eine Grundsatzposition zu den Wechselkursen formuliert."

Er fügte hinzu, die Weltwirtschaft sei in besserer Verfassung als auf dem vergangenen Treffen im September in Dubai. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat nach Auskunft Eichels die Wachstumsprognose für Deutschland in diesem Jahr von 1,5 auf 1,7 Prozent erhöht Für die gesamte Weltwirtschaft erwartet der IWF ein Wachstum von 4,5 (bisher 4,1) Prozent.

G7 verlangen weitere Reformen zum Abbau von Leistungsbilanzdefiziten

Die Siebener-Gruppe kam überein, daß weitere Reformen in allen Ländern notwendig seien, um das Wirtschaftswachstum zu sichern und bestehende Ungleichgewichte in den Leistungsbilanzsalden zu beseitigen. Snow sagte zu, steuerliche Anreize für eine höhere Ersparnisbildung der privaten Haushalte zu geben und das hohe Haushaltsdefizit der Regierung - es wird in diesem Jahr 521 Milliarden Dollar oder 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts betragen - in den kommenden fünf Jahren zu halbieren.

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, forderte die EU-Staaten auf, ihr Wachstumspotential durch weitere Strukturreformen zu erhöhen. Den Kurs der EZB-Geldpolitik nannte Trichet angemessen. Dies sei allgemein anerkannt worden. Nach Eichels Worten hat die Bundesregierung den G-7-Partnern versprochen, das Steuerrecht und die Alterssicherung zu reformieren.

Ungewöhnlich scharf kritisierte die Siebenergruppe die argentinische Regierung für ihre mangelnde Reformbereitschaft und forderte sie auf, "konstruktiv" mit den internationalen Gläubigern über eine Umschuldung zu verhandeln. Das bisherige Angebot aus Buenos Aires an die privaten Gläubiger, ihnen 25 Cent für jeden Dollar zurückzubezahlen, gilt als unannehmbar. "Die Autorität des Währungsfonds wird untergraben", sagte Eichel. Der IWF sei es seinen Mitgliedsländern schuldig, Härte gegen Argentinien zu zeigen. Grund für die wachsende Verärgerung ist die Weigerung der argentinischen Regierung, Reformen zu verwirklichen, die dem IWF im September für ein milliardenschweres Kreditprogramm zugesagt wurden.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.02.2004, Nr. 33 / Seite 11, ctg.
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