Home
http://www.faz.net/-gqf-49jw
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

G 8: Keine Eingriffe am Devisenmarkt

 ·  Die Staats- und Regierungschefs verneinen Deflationsgefahr

Artikel Lesermeinungen (0)

Die Staats- und Regierungschefs der führenden Industrienationen sehen trotz der seit Monaten andauernden massiven Abwertung des Dollar zum Euro keinen Anlaß für Eingriffe in die Devisenmärkte. Sie hätten eine Deflationsgefahr verneint und erwarteten ein Anziehen der Wachstumskräfte auf der ganzen Welt spätestens in der zweiten Jahreshälfte, sagte Staatssekretär Alfred Tacke am Montag in Evian, nachdem die Regierungschefs die Lage der Weltwirtschaft beraten hatten. In einem Aktionsplan zum Handel sprachen sie sich für eine weitere Öffnung der Märkte aus; in einer weiteren Erklärung forderten sie eine entschlossene Bekämpfung der Korruption.

Für Interventionen am Devisenmarkt gebe es keinen Anlaß. Die Amerikaner hätten bestätigt, daß sie an der Politik eines starken Dollar festhalten würden, sagte Tacke weiter. Zudem sei mit dem Kursanstieg des Euro lediglich die Ausgangsposition wiederhergestellt worden. Allerdings habe der japanische Ministerpräsident darauf hingewiesen, wie stark die in einer Deflation gefangene Wirtschaft unter dem Kursverfall des Dollar leide. Die wird dadurch verstärkt, daß die chinesische Währung an den Dollar gebunden ist und die japanische Exportwirtschaft in Mitleidenschaft zieht. Vor dem Gipfel hatte auch Bundeskanzler Gerhard Schröder erstmals öffentlich vor einer Gefährdung der deutschen Ausfuhrwirtschaft gewarnt, falls der Kursverfall des Dollar anhalte.

Sehr optimistisch hätten sich die Staats- und Regierungschefs über die wirtschaftliche Entwicklung geäußert. Mit dem Ende des Irak-Krieges sei Unsicherheit aus den Märkten genommen, die Zinsen seien niedrig, die Rohstoffpreise als Folge des gesunkenen Dollarkurses ebenfalls. In Amerika werde mit einem Wachstum von 2,9 Prozent im zweiten Halbjahr gerechnet, auch in Europa springe die Konjunktur wieder an. Die Hoffnungen auf einen neuen Friedensprozeß im Nahen Osten würden auch die wirtschaftliche Zuversicht weiter stärken. Gerade in Europa seien aber Strukturreformen notwendig. Schröder habe für seine "Agenda 2010" auf dem Gipfel Applaus bekommen, sagte Tacke. (ami.)

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.06.2003, Nr. 127 / Seite 11
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen

Yahoo kauft Relevanz

Von Roland Lindner

Des Internetkonzerns Yahoo zahlt 1,1 Milliarden Dollar in bar für den Blogging-Dienst Tumblr. Der Zukauf hat den Anschein einer Verzweiflungstat. Mehr 3

Wichtigste Werte
Name Wert Änderung
  F.A.Z.-Index --  --
  Dax --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  F.A.Z.-Anleih… --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --
  Bund Future --  --