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G 7 Industrieländer dringen auf flexiblere Wechselkurse

21.09.2003 ·  Die sieben führenden Industrieländer haben während ihres Treffens in Dubai weitreichende Reformen und flexiblere Wechselkurse in Asien gefordert, um die Risiken für die Weltwirtschaft zu verringern.

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Die sieben führenden Industrieländer (G 7) dringen auf flexiblere Wechselkurse in Asien, um Risiken für die Weltwirtschaft zu verringern. Die Finanzminister und Notenbankgouverneure der G 7 sehen darin eine wichtige Voraussetzung für eine geordnete Verringerung des hohen amerikanischen Leistungsbilanzdefizits, erklärten sie am Wochenende während ihres Treffens in Dubai.

"Eine größere Flexibilität der Wechselkurse ist wünschenswert, um eine störungsfreie und breit angelegte Anpassung im internationalen Finanzsystem zu fördern", heißt es in ihrer Abschlußerklärung. Die Vereinigten Staaten hatten vor dem Treffen in Dubai öffentlich Druck besonders auf China und Japan ausgeübt, eine Aufwertung ihrer Währungen gegenüber dem Dollar zuzulassen. So sollten die Wettbewerbsvorteile chinesischer und japanischer Unternehmen vermindert und das Handelsbilanzdefizit Amerikas reduziert werden.

Es sei wichtig, die Ungleichgewichte zu beseitigen, betonte Bundesfinanzminister Hans Eichel am Sonntag. Seine Äußerung zielt neben dem Leistungsbilanzdefizit auf das ähnlich große Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten, das mittlerweile einen Anteil von etwa sechs Prozent am Bruttoinlandsprodukt erreicht.

Keine abrupten Kursausschläge

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Wim Duisenberg, äußerte die Erwartung, daß es nicht zu abrupten Kursausschlägen kommen werde. "Die Zentralbanken sind willens und in der Lage, alles Erforderliche zu tun, um die Märkte zu beruhigen", sagte er. Die EZB werde alle ihre Instrumente nutzen, um eine schrittweise Anpassung der Wechselkurse zu gewährleisten, kündigte er an. Das löste Spekulationen aus, die EZB werde möglicherweise zu Interventionen bereit sein, sollte der Euro zu schnell gegenüber dem Dollar an Wert gewinnen. Diese Interpretation steht jedoch im Widerspruch zum Geist und Inhalt der gemeinsamen Erklärung.

Den Internationalen Währungsfonds rufen die G 7-Länder auf, künftig auf Wechselkursverzerrungen hinzuweisen und klare Vorschläge zu deren Beseitigung zu machen. Der Siebenergruppe, die sich regelmäßig trifft, gehören Amerika, Kanada, Japan, Großbritannien, Italien, Frankreich und Deutschland an. Sie beschloß zudem in Dubai eine Agenda für mehr Wachstum. "Das Wirtschaftswachstum war zu lange zu niedrig in der G 7. Obwohl es jüngst bereits beachtliche Veränderungen an den wirtschaftspolitischen Strategien gab, ist es an der Zeit, unsere Anstrengungen zu verstärken", heißt es darin.

Gemeinsame Verantwortung

Stärkeres Wachstum sei nicht nur notwendig, um mehr Einkommen und Beschäftigung zu schaffen, sondern auch damit die Industrieländer die Lage versetzt würden, mit den Problemen einer alternden Gesellschaft und der wachsenden Armut in der Welt umzugehen. In der Wachstumsagenda werden für jedes Land Maßnahmen genannt, die schon verwirklicht worden sind, und Reformen, die noch ausstehen. Eine gemeinsame Verantwortung sieht die Gruppe in der Handelsliberalisierung, da sie ein höheres Wachstum ermöglichen würde.

Die Weltkonjunktur wird von der Gruppe positiv dargestellt. Eine globale Erholung sei im Gange. Eichel bekräftigte diese Einschätzung: "Es geht aufwärts. Darüber gibt es keinen Streit mehr."

Quelle: mas./ctg. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2003, Nr. 220 / Seite 11
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