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Flaute auf dem Gehaltszettel Kurzarbeit und geringere Boni lassen Einkommen sinken

21.09.2009 ·  Die Krise ist in immer mehr Geldbeuteln angekommen. Die Reallöhne sind im zweiten Quartal aufgrund von Kurzarbeit und geringeren Sonderzahlungen unter den Vorjahreswert gesunken. Die negative Lohnentwicklung lässt jedoch nach Einschätzung des Bundesarbeitsministeriums noch nicht auf eine neue Renten-Nullrunde schließen.

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Die Krise kommt ist in immer mehr Geldbeuteln angekommen. Im zweiten Quartal lagen die Bruttoeinkommen um 1,2 Prozent unter dem Vorjahreswert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Damit sanken die Löhne nochmals deutlich stärker als schon in den ersten drei Monaten des Jahres, als ein Minus von 0,4 Prozent gemessen worden war. Betroffen war vor allem die Metallbranche mit einem Rückgang von 12,0 Prozent. In der Automobilindustrie sanken die Löhne um 8,8 Prozent.

Die im Jahresvergleich äußerst seltene Flaute auf den Gehaltsabrechnungen ist den Statistikern zufolge vor allem von der Kurzarbeit in der Industrie und den weggefallenden Boni für Banker und Versicherungsangestellte verursacht. Das von der Arbeitsagentur ausgezahlte Kurzarbeitergeld wird als Sozialleistung nicht in der Einkommensstatistik berücksichtigt, erläuterte das Bundesamt. Ein Teil der Einkommensverluste von 5 Prozent in der Industrie wird daher für die Betroffenen ausgeglichen, ohne dass es in der Statistik abgebildet wird.

Die Angestellten von Banken und Versicherungen mussten bei den im zweiten Quartal regelmäßig besonders hohen Sonderzahlungen kräftige Einbußen von 21,1 Prozent verkraften. Die Boni und anderen Sonderzahlungen machten nur noch ein Fünftel des Einkommens dieser Gruppe aus. Vor einem Jahr war es noch ein rundes Viertel gewesen. Das Gesamteinkommen bei den Finanz- und Versicherungsdienstleistern sank um 4,1 Prozent.

Erzieher und Lehrer können sich verbessern

Bei Erziehern und Lehrern dagegen stiegen die Löhne durch eine Tarifsteigerung um 5,0 Prozent. Auch im öffentlichen Dienst gab es ein Lohnplus von rund drei Prozent.

Im Durchschnitt aller Branchen verdienten die Beschäftigten in Deutschland im zweiten Quartal 3128 Euro brutto. Die höchsten Verdienste mit im Schnitt knapp 4200 Euro brutto gab es in den Branchen Energie sowie Information und Kommunikation, den niedrigsten mit knapp 1900 brutto im Gastgewerbe.

Rentengarantie muss möglicherweise greifen

Sollten sich die Reallöhne auch im Gesamtjahr unter dem Strich negativ entwickeln, müsste die Rentengarantie der Bundesregierung greifen. Diese soll das Sinken des Rentenniveaus verhindern, die an die Lohnentwicklung gekoppelt ist. Die negative Lohnentwicklung lässt jedoch nach Einschätzung des Bundesarbeitsministeriums noch nicht auf eine neue Renten-Nullrunde schließen. Ausgeschlossen ist lediglich eine Rentenkürzung. Die Bundesregierung hatte die Rentengarantie zwar beschlossen, ging aber bisher davon aus, dass die Löhne unter dem Strich nicht sinken werden.

Das Lohnminus im zweiten Quartal wäre noch stärker ausgefallen, wenn die Inflationsrate nicht mit 0,3 Prozent relativ niedrig gelegen hätte. Bei der Lohnentwicklung werden die Reallöhne gemessen. Es wird also eingerechnet, was sich ein Beschäftigter angesichts des Preisniveaus von seinem Lohn tatsächlich leisten kann.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP und dpa
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