11.11.2008 · Die Konjunkturerwartungen von Börsenexperten haben sich im November überraschend etwas aufgehellt. Das zeigt die monatliche Befragung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Gründe seien das Rettungspaket und das geplanten Konjunkturprogramm der Bundesregierung.
Die Konjunkturerwartungen von Börsenexperten haben sich im November überraschend etwas aufgehellt. Das ZEW-Barometer stieg auf minus 53,5 von minus 63 Zählern, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt nur mit einem Anstieg auf minus 62 Zähler gerechnet.
„Das Rettungspaket der Bundesregierung für den Finanzsektor sowie das geplante Konjunkturprogramm scheinen das Vertrauen der Finanzmarktexperten im Vergleich zum Vormonat gestärkt zu haben“, sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Auch die weltweiten Zinssenkungen dürften den Konjunkturabschwung bremsen, hieß es weiter. Die leichte Erholung sei eine Teilkorrektur zum Vormonat, in dem die Erwartungen angesichts der Zuspitzung an den Finanzmärkten noch eingebrochen waren.
Die befragten Finanzanalysten beurteilten abermals die aktuelle konjunkturelle Lage in Deutschland deutlich schlechter. Der entsprechende Indikator sank im November um 14,5 Punkte auf minus 50,4 Punkte. Volkswirte hatten lediglich mit einer Eintrübung auf minus 45,0 Punkte gerechnet.
Das Bild für den gesamten Euro-Raum bleibt laut ZEW ebenfalls gespalten. Auch hier legten die Konjunkturerwartungen im November nach dem Einbruch im Vormonat etwas zu, während die Konjunkturlage erneut schlechter beurteilt wurde. Der entsprechende Index für die Erwartungen kletterte im Vergleich zum Vormonat um 8,7 Punkte auf minus 54,0 Punkte. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum sank hingegen um 14,2 Punkte auf minus 58,9 Punkte.
Die internationale Nachfrageschwäche hat die exportorientierte deutsche Wirtschaft zuletzt stark gebremst. Das Produzierende Gewerbe hat seine Fertigung im September so stark zurückgefahren wie seit Anfang 1995 nicht mehr. Der Industrie brechen die Aufträge wegen der Finanzkrise weg. Die Bestellungen gingen im Spätsommer so stark zurück wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Alles deutet nun auf eine Rezession hin - also zwei Quartale mit schrumpfender Wirtschaftsleistung. Gewissheit werden die Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das dritte Quartal bringen, die am Donnerstag anstehen.
Ökonom Jörg Lüschow von der West LB geht davon aus, dass die konjunkturelle Durststrecke noch länger andauern wird: „Man sollte jetzt nicht aus der Verbesserung der ZEW-Erwartungen schließen, dass es bald wieder aufwärts geht. Nach unserer Einschätzung wird die Konjunkturschwäche bis weit ins kommende Jahr anhalten.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2468 | −0,16% |
| Rohöl Brent Crude | 106,36 $ | −0,46% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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