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Finanz- und Wirtschaftskrise Mittelstand braucht den Staat weniger als gedacht

10.03.2010 ·  Die Unternehmen in Deutschland nehmen das Kredit-Sonderprogramm der staatseigenen Förderbank KfW deutlich weniger in Anspruch als gedacht. Das Programm läuft Ende 2010 aus, Anträge darf die KfW nur noch bis Oktober annehmen.

Von Holger Appel
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Die Unternehmen in Deutschland nehmen das zur Linderung der Finanz- und Wirtschaftskrise aufgelegte Kredit-Sonderprogramm der staatseigenen Förderbank KfW deutlich weniger in Anspruch als gedacht. Seit einigen Wochen beobachtet die KfW darüber hinaus „eine rückläufige Zahl von Anträgen und nachgefragten Kreditvolumina“, wie deren Vorstandsvorsitzender Ulrich Schröder am Mittwoch in Frankfurt sagte. Und das, obwohl die Attraktivität des Programms durch Zinssenkungen und Laufzeitverlängerungen mehrfach gesteigert wurde.

Bis zum 8. März 2010 sind bei der KfW nach deren Angaben 4424 Anträge über einen Gesamtbetrag von 17 Milliarden Euro eingegangen. Zugesagt wurden bislang 2984 Anträge über 6,6 Milliarden Euro. Hinzu kommen 3,5 Milliarden Euro über Globaldarlehen mit den Banken, sodass sich die Gesamtzusage auf 10,1 Milliarden Euro beläuft.

Die Bundesregierung hat im Rahmen der Maßnahmenpakete zur Förderung der Konjunktur für die Jahre 2009 und 2010 bis zu 40 Milliarden Euro bereitgestellt, um die Kreditversorgung des Mittelstands und von Unternehmen ohne Kapitalmarktzugang zu sichern. Das Programm läuft Ende 2010 aus, Anträge darf die KfW nach Weisung aus dem Bundeswirtschaftsministerium nur noch bis Oktober annehmen. Über den überschüssigen Betrag könnte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble verfügen.

Schröder sagte, die Staatsbank befürchte weiterhin, dass sich die Kreditversorgung im Laufe des Jahres verschlechtern könne, weil der Aufschwung fragil sei und die Banken mit schlechteren Bonitätsnoten zu kämpfen hätten. Niemand könne verlässlich beurteilen, wann die Krise zu Ende sei. „Die Programme aber sind terminiert. Die Politik wird bald eine Antwort finden müssen, ob nachsorgende Maßnahmen über 2010 hinaus notwendig sind“, sagte Schröder, der dies aber ausdrücklich nicht als Forderung für eine Verlängerung der Sonderprogramme verstanden wissen wollte. Man müsse die Situation nur genau beobachten. Derzeit sehe die KfW keine Anzeichen, dass in größerem Umfang Betriebe Kredit nachfragten und nicht bekämen. Dass die Regierung den Kreditmediator bis Ende 2011 eingesetzt habe, gebe freilich einen Hinweis darauf, dass an dieser Stelle noch keine Entwarnung gegeben werde.

Dass der Mittelstand, an den 95 Prozent der Sondermittel geflossen sind, offenbar besser durch die Krise kommt als erwartet, bestätigt auch eine Untersuchung des Verbands Creditreform. „Die Wirtschaftslage im Mittelstand erlebte im vergangenen Jahr kein Allzeittief und war etwa vergleichbar mit den Rezessionsjahren 1993 und 2003 sowie mit 1996, als der Bauboom der Wiedervereinigung abrupt endete. Den Großteil des Konjunktureinbruchs mussten diesmal die Großunternehmen schultern“, hieß es dazu am Mittwoch.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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