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Fehlzeiten Krankenstand in Unternehmen sinkt weiter

12.10.2009 ·  Arbeitnehmer melden sich immer seltener krank. In den ersten neun Monaten des Jahres lag der Krankenstand in deutschen Betrieben im Durchschnitt bei 3,25 Prozent. Das ist der drittniedrigste Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 1970.

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Relativ wenige Arbeitnehmer haben sich bisher in diesem Jahr krankgemeldet. Die Krankenstände in den deutschen Betrieben erreichten in den ersten neun Monaten des Jahres den drittniedrigsten Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 1970, wie aus am Montag vorgelegten Berechnungen des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Experten zufolge hängt der Rückgang auch mit wachsender Angst vor Jobverlust zusammen.

Von Januar bis September legten 3,25 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland ihrem Arbeitgeber wenigstens einmal eine Krankmeldung vor. Eine Krankmeldung des Arztes ist bei einer Erkrankung vorgeschrieben, die länger als drei Tage dauert. Im Vorjahreszeitraum lag der Krankenstand noch bei 3,32 Prozent und damit leicht höher. In früheren Jahren gab es einen zum Teil deutlich höheren Krankenstand, so meldeten die Krankenkassen im Jahr 2002 vier Prozent. Die Statistik des Ministeriums erfasst die Krankenstände aller gesetzlich versicherten Arbeitnehmer.

Die meisten Krankmeldungen im April

Am häufigsten waren die Arbeitnehmer laut der Statistik im April mit 3,94 Prozent der Sollarbeitszeit wegen Krankheit abwesend, am wenigsten im Januar mit 2,72 Prozent. Frauen fehlten mit 3,42 Prozent der Sollarbeitszeit deutlich mehr als Männer (3,1 Prozent).

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums verwies aber darauf, dass die von den Kassen gemeldeten Zahlen lediglich aussagten, wie viele der Versicherten zu einem Stichtag pro Monat eine Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung vorgelegt haben. Die Zahlen sagten nichts über die Dauer und die Art der Erkrankung selbst aus. Berechnungen, wie viele Arbeitstage die Arbeitnehmer demnach fehlten, seien allerdings mit den vorhandenen Daten nicht möglich. Im März eines Jahres werde der durchschnittliche Krankenstand für das Vorjahr veröffentlicht.

Verschiedene Ursachen

Arbeitsmarktexperten hatten bereits in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten tendenziell der Krankenstand sinke. Dies liegt demnach an der Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. Zu der langfristigen Entwicklung, dass sich immer weniger Menschen krankmelden, trägt Experten zufolge aber auch bei, dass es immer mehr Dienstleistungsberufe gibt, wo Erkrankungen in der Regel seltener sind als bei körperlich anstrengenden Arbeiten. Auch die Zunahme der Teilzeitarbeit wird häufig als Grund für den Rückgang der Krankenstände angeführt.

Quelle: FAZ.NET mit Material von AFP, ddp
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