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FAZ.NET-Infografik : Wofür wir unser Geld ausgeben

  • -Aktualisiert am

Insgesamt geben die Deutschen durchschnittlich 1.542 Euro pro Monat aus. Bild: FAZ.net

Fitnessstudio, Restaurant, Anti-Stress-Massage: Für private Dienstleistungen haben viele Deutsche in den vergangenen Jahren mehr Geld ausgegeben. Der Einzelhandel profitiert dagegen kaum von der Konsumlaune vieler Verbraucher.

          Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist stabil, die Reallöhne sind insgesamt gestiegen und die Zinsen bleiben niedrig – das klingt auf den ersten Blick nach guten Zeiten für den Einzelhandel. Denn für Haushalte, die es sich leisten können, sind niedrige Renditen ein Motiv, weniger Geld zur Seite zu legen und mehr auszugeben. Und tatsächlich: „Es zeichnet sich ab, dass der Einzelhandel 2013 das vierte Jahr in Folge ein nominales Umsatzplus erreichen wird“, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), am Dienstag. Die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) hatte schon vergangene Woche verkündet, die Anschaffungsneigung der Deutschen sei so hoch wie lange nicht mehr.

          Dabei geben die Einzelhändler in Deutschland ein ziemlich durchwachsenes Bild ab: Der Textilhandel habe unter dem verregneten Frühjahr gelitten, erklärte der HDE. Online-Anbieter nehmen den stationären Läden Marktanteile ab. Viele große Handelsunternehmen suchen nach einem Internet-Konzept, das Erfolg verspricht. Und rechnet man die Preisänderung aus den Einzelhandelsumsätzen heraus, sind die Anbieter von Kommunikations- und Informationstechnik die einzige Branche, die in den vergangenen Jahren wirklich gewachsen ist.

          Der HDE rechnet die Preisentwicklung nicht heraus und prognostiziert auf diese Art und Weise für 2013 ein Prozent mehr Umsatz als im vergangenen Jahr. Richtige Kauflaune sieht irgendwie anders aus.

          Beim Einzelhandel landet nur noch ein Drittel der privaten Konsumausgaben

          Doch welche Branchen profitieren stattdessen von den gestiegenen privaten Konsumausgaben? Eine Antwort liefern die preisbereinigten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (siehe Grafik). Sie zeigen, dass die Deutschen sich vor allem mehr private Dienstleistungen gönnen: Für Übernachtungen und Gastronomie gaben sie im vergangenen Quartal 19,2 Prozent mehr aus als durchschnittlich 2005, gefolgt von Freizeit- und Kulturangeboten (plus 13,6 Prozent). In der realen Wirtschaftswelt ist der große Zulauf bei Fitnessstudios ein Beispiel für eine florierende private Dienstleistung. In den Kassen des Einzelhandels landet dagegen nur noch etwa ein Drittel aller privaten Konsumausgaben in Deutschland.

          Indes bleiben die klassischen Lebenshaltungskosten die größten Ausgabenposten der Privatleute: Für Wohnung samt Nebenkosten gibt ein Deutscher durchschnittlich 367 Euro pro Monat aus, für Verkehr und Kommunikation 260 Euro. Wenn also beispielsweise Mieten, Energiekosten oder Spritpreise steigen, ohne dass ein Haushalt mehr verdient, dann gibt dieser ganz unfreiwillig einen größeren Teil seines Einkommens aus. Für dieses Phänomen ist der Begriff Kauflaune freilich nicht angemessen.

          Dennoch profitiert die Konjunktur von der hohen Binnennachfrage. So hatte die deutsche Wirtschaft ihr überraschend hohes Wachstum im ersten Halbjahr 2013 vor allem dem privaten Konsum zu verdanken, wie die Bundesbank in ihrem Monatsbericht schreibt.

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