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F.A.Z.-Konjunkturindikator Kräftiger Aufschwung im ersten Halbjahr

09.03.2006 ·  Die Aussichten für die deutsche Konjunktur sind nach wie vor günstig. Der F.A.Z.-Konjunkturindikator stieg im Januar abermals an. Das Institut für Weltwirtschaft hat seine Wachstumsprognose kräftig nach oben gesetzt.

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Die Aussichten für die deutsche Konjunktur sind nach wie vor günstig. Der F.A.Z.-Konjunkturindikator, der vom Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel für diese Zeitung berechnet wird, stieg im Januar abermals an. Im Vergleich zum Dezember stieg der Indikator um 0,7 Prozent auf 109,2 Punkte. Er lag mit 6,2 Prozent deutlich höher als vor einem Jahr. Damit weist der Indikator auf eine kräftige konjunkturelle Expansion in der ersten Hälfte dieses Jahres hin.

Das Kieler Institut setzte am Donnerstag zugleich seine Wachstumserwartung für dieses Jahr deutlich von 1,5 auf 2,1 Prozent herauf. Der Aufschwung sei kräftig, aber kurz, heißt es in der Prognose. Für das kommende Jahr erwartet das IfW einen Rückfall der Wachstumsrate auf 1,2 Prozent. Einen ähnlichen Konjunkturverlauf hatte am Mittwoch das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung in Essen mit 1,8 und 1,3 Prozent prognostiziert.

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) sah sich durch die Prognosen in seiner Erwartung bestätigt, daß die deutsche Wirtschaft sich im Aufschwung befinde. Erstmals seit fünf Jahren ziehe auch wieder die Binnennachfrage an. "Mit der Stärkung der Wachstumskräfte in diesem Jahr werden die dämpfenden Effekte aus der Umsatzsteuersatzerhöhung im kommenden Jahr leichter zu verkraften sein", erklärte Glos am Donnerstag.

Produktion vordergründig schwach

Ein leichter Dämpfer für die Konjunkturhoffnungen ergab sich aus den Daten zur Produktionsentwicklung. Nach den Angaben des Wirtschaftsministeriums stagnierte die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Januar. Spitz gerechnet und um die Inflation und um saisonale Schwankungen bereinigt, gab es ein Minus von 0,1 Prozent gegenüber Dezember. Volkswirte hatten mehrheitlich mit einem Anstieg um 1 Prozent gerechnet.

Freilich resultierte das schlechte Ergebnis aus einem wohl witterungsbedingten Einbruch im Baugewerbe und auch in der Energieproduktion. Die Industrie meldete weiter starke Zuwachsraten von insgesamt 1,3 Prozent und 2,2 Prozent für die Hersteller von Investitionsgütern. Im weniger schwankungsanfälligen Zwei-Monats-Vergleich Dezember/Januar gegenüber Oktober/November stieg die Erzeugung um 0,5 Prozent, zumal die Werte für Dezember stark nach oben revidiert wurden. Damit ist der Aufwärtstrend weiter intakt.

Die Detailanalyse der Komponenten des F.A.Z.-Indikators zeigt, daß im Januar die Stimmungsindikatoren und die Indikatoren für die harten Fakten nach oben wiesen. Das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe legte ungewöhnlich stark zu; auch die Aktienkurse stiegen deutlich. Vor allem aber erhielten die Industrieunternehmen abermals deutlich mehr Aufträge (Auftragsschwung für die Industrie dauert an).

Export und Investitionen stützen Aufschwung

Nach der Prognose des Instituts für Weltwirtschaft stützt der deutsche Konjunkturaufschwung in diesem Jahr sich vor allem auf den Export und die Investitionen. Die Ausfuhr werde um 10,5 Prozent steigen und 2007, bei einer langsamer wachsenden Weltwirtschaft, um 5,5 Prozent. Für die Anlageinvestitionen erwartet das IfW in diesem Jahr ein Plus von 4,6 Prozent. Die Unternehmensinvestitionen dürften um 6,2 Prozent und die Wohnungsbauinvestitionen um 2,7 Prozent zulegen. Zusammen mit einem bis 2007 verhalten um 0,5 Prozent wachsenden privaten Konsum würde die Binnennachfrage zumindest 2006 einen kräftigen Schub erhalten.

2007 sinkt Wachstumsrate

Die Ökonomen erwarten indes nicht, daß sich mit dem Aufschwung die mittelfristigen Wachstumsaussichten aufhellen; diese lägen weiterhin bei weniger als 1,5 Prozent im Trend. Die Anreize für Investitionen und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze seien bislang nicht durchgreifend verbessert worden, heißt es. Für 2007 prognostiziert das Institut eine Konjunkturabschwächung als Folge der höheren Steuerbelastung, des schwächeren Exports und höherer Zinsen. Die Mehrwertsteueranhebung und die höhere Versicherungsteuer trieben dann die Inflationsrate um rund 0,7 Prozent in die Höhe. Die Verbraucherpreisinflation werde von 1,6 auf 2,2 Prozent steigen.

Quelle: pwe. / F.A.Z., 10.03.2006, Nr. 59 / Seite 13
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