07.07.2006 · Die Aussichten für die deutsche Konjunktur bleiben günstig. Der F.A.Z.-Konjunkturindikator stieg im Mai dieses Jahres abermals leicht an. Dies deute auf eine Belebung im Sommerhalbjahr hin.
Die Aussichten für die deutsche Konjunktur bleiben günstig. Der F.A.Z.-Konjunkturindikator, den das Institut für Weltwirtschaft in Kiel für diese Zeitung berechnet, stieg im Mai dieses Jahres abermals leicht an. Der Index erhöhte sich 0,2 Prozent auf 110,6 Punkte; er lag 7,5 Prozent über dem Niveau im Vorjahr.
Auch die Entwicklung der Produktion weist auf eine gute Entwicklung der Wirtschaft hin. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums vom Freitag stieg die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Mai um deutliche 1,5 Prozent gegenüber dem Vormonat, nach 1,2 Prozent im April. Das Ministerium sieht eine spürbare Beschleunigung in den konjunkturell besonders bedeutsamen Wirtschaftsbereichen der Industrie und im Bauhauptgewerbe, die aus dem Aus- und aus dem Inland gestützt werde. Die Erzeugung dürfte auch in den kommenden Monaten steigen.
Diskrepanz zwischen Umfragedaten und tatsächlicher Nachfrage
Der Auftragseingang in der Industrie spielt in der Berechnung des F.A.Z.-Konjunkturindikators die größte Rolle. Die Bestellungen verliefen seit Januar recht unstetig (Mehr Bestellungen aus dem Inland). Gleichwohl bleibt die Aufwärtstendenz intakt, so daß der F.A-Z-Indikator abermals zulegte, obwohl der Auftragseingang im Mai sank. Auch die Stimmungsindikatoren zeigten im Mai eine Delle. So sank das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe nach dem Höhenflug leicht, und die Aktienkurse gingen deutlich zurück. Die übrigen Kennziffern, die in den F.A.Z.-Indikator eingehen, änderten sich nur unwesentlich.
Der leichte Anstieg des Indikators im Mai deutet darauf hin, daß die Konjunktur im Sommerhalbjahr nochmals anziehen dürfte, allerdings nicht mehr viel. Insgesamt gibt es weiterhin eine Diskrepanz zwischen den extrem optimistischen Umfragedaten und der tatsächlichen Nachfrageentwicklung, die weniger stürmisch verläuft. Der F.A.Z.-Konjunkturindikator wird im Wesentlichen von den "harten Fakten" bestimmt, so daß er eine gemächlichere Entwicklung anzeigt als die "weichen" Umfragedaten.
Produktion zieht in fast allen Bereichen an
Der Anstieg der Produktion im Mai zog sich nach Auskunft des Wirtschaftsministeriums durch fast alle Bereiche des Produzierenden Gewerbes. Im weniger schwankungsanfälligen Zwei-Monatsvergleich April/Mai zu Februar/März stieg die wichtige Industrieproduktion um 1Prozent. Hersteller von Investitionsgütern meldeten ein Plus von 1,5 Prozent, Produzenten von Konsumgütern von 2,3 Prozent. Die Energieerzeugung nahm dagegen ab. Die Entwicklung im Bauhauptgewerbe normalisierte sich zuletzt. Im Mai ergab sich ein Zuwachs von 3,2 Prozent, nach einem wetterbedingten Zuwachs um 17,7 Prozent im April. Der kräftige Schub der Bauproduktion weist darauf hin, daß das Bauhauptgewerbe im Frühjahr deutlich zum Wirtschaftswachstum beigetragen hat.
Volkswirte wurden von den Produktionsdaten insgesamt positiv überrascht. Im Durchschnitt der Monate April und Mai lag die Produktion 1,1 Prozent über dem Niveau des ersten Quartals. Als Folge einer Revision der Produktionsdaten seit Jahresbeginn weisen die Statistiker für das erste Quartal indes nur noch einen Produktionszuwachs von 0,6 statt bisher 1,0 Prozent aus.
Wieder komplette Daten
Zur Berechnung des F.A.Z.-Konjunkturindikators stand im Mai erstmals seit Februar wieder ein kompletter Satz an Daten zur Verfügung, nachdem das Statistische Bundesamt mittlerweile wieder bundesweite Angaben zum Auftragseingang in der Industrie vorlegt. Durch die Streiks im öffentlichen Dienst hatte sich die Berechnung dieser Daten über Wochen verzögert und der F.A.Z.-Konjunkturindikator konnte nur auf Basis von Schätzungen ermittelt werden. Die Werte des F.A.Z.-Konjunkturindikators von Februar bis April haben sich durch die nun erfolgte Neuberechnung nur minimal verändert. Sie liegen für die Monate Februar bis April bei 110, 109,5 und 110,1 Punkten.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2468 | −0,16% |
| Rohöl Brent Crude | 106,36 $ | −0,46% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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