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F.A.Z.-Konjunkturindikator Die deutsche Konjunktur bleibt kraftlos

11.01.2005 ·  Die deutsche Wirtschaft wird sich vorerst nur sehr langsam erholen. Darauf weist der F.A.Z.-Konjunkturindikator hin, der im November um 0,3 Prozent gefallen ist. Die Industrieproduktion brach ein.

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Die Wirtschaft in Deutschland wird sich vorerst nur sehr langsam erholen. Darauf weist der F.A.Z.-Konjunkturindikator hin, der im November um 0,3 Prozent auf einen Wert 101,3 Punkte gefallen ist. Der Index lag nur noch 1,9 Prozent höher als vor einem Jahr. Zugleich ist die Erzeugung im produzierenden Gewerbe im November nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums vom Dienstag um 1,7 Prozent geschrumpft. Volkswirte waren überrascht, sie hatten etwa mit einer Stagnation gerechnet.

Damit verdichten sich die Anzeichen, daß die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal kaum in Schwung gekommen ist. Im dritten Quartal war das reale Bruttoinlandsprodukt minimal um 0,1 Prozent gewachsen. Bankökonomen erwarteten bisher für das Jahresschlußquartal ein Wachstum von rund 0,3 Prozent. Diese Erwartung müsse nun aber womöglich nach unten gesetzt werden, heißt es. Offensichtlich bedienten die Unternehmen die Nachfrage weitgehend aus den zuvor stark aufgestockten Lagern, sagte Andreas Scheuerle von der Deka-Bank dieser Zeitung.

Die Produktion schrumpfte in allen Wirtschaftszweigen. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsvergleich sank die Erzeugung um 0,5 Prozent. Im enger gefaßten verarbeitenden Gewerbe ergab sich im November ein Minus von 1,5 Prozent. Das französische Statistikamt meldete am Dienstag ein Minus der Produktion im verarbeitenden Gewerbe von 0,3 Prozent.

Maßgeblich für den schleppenden Verlauf des F.A.Z.-Indikators ist, daß die Nachfrage nach Industrieprodukten in der Tendenz seit dem Frühjahr stagniert. Dabei ist der Auftragseingang sehr instabil. Dem deutlichen Anstieg im Oktober folgte ein noch größerer Rückgang im November. Negativ wirkte sich im November ferner aus, daß das Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe sich leicht eintrübte und die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Exporteure sich als Folge der Euro-Aufwertung abermals leicht verschlechterte. Auch die Zinsdifferenz, der Abstand zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen, sank abermals.

Im Gegensatz zum F.A.Z.-Indikator und zur Industrieproduktion zeigen jüngste Umfragen eine Aufhellung des Konjunkturklimas zum Jahresbeginn. Der vom Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter Analysten ermittelte Indikator der Konjunkturerwartungen für Deutschland stieg im Januar um 12,5 auf 26,9 Punkte. Der Anstieg sei indes nur eine Korrektur der zuvor übertrieben negativen Erwartungen, erklärte Thomas Hueck von der Hypo-Vereinsbank.

Quelle: pwe. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.01.2005, Nr. 9 / Seite 11
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