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F.A.Z.-Konjunkturindikator Der Aufschwung verläuft nicht stürmisch

10.05.2006 ·  Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland läuft nicht so stürmisch, wie es sich noch zu Jahresbeginn abgezeichnet hat. Darauf weist die Entwicklung des F.A.Z.-Konjunkturindikators hin, der im März sogar leicht gesunken ist.

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Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland läuft nicht so stürmisch, wie es sich noch zu Jahresbeginn abgezeichnet hat. Darauf weist die Entwicklung des F.A.Z.-Konjunkturindikators hin, der im März sogar leicht gesunken ist. Doch ist es zu früh, von einer Stockung des Aufschwungs zu sprechen.

Angesichts der streikbedingten großen Datenunsicherheit über den Auftragseingang sind die Berechnungen zum F.A.Z.-Konjunkturindikator nur vorläufig. Auch könnte die Wirtschaft im März von der ungünstigen Witterung negativ beeinflußt sein. In das Bild einer nicht überschwenglichen Erholung paßt indes, daß die Produktion in der Industrie im März einbrach. Sie sank um saisonale Effekte bereinigt um 1,4 Prozent gegenüber Februar.

Konjunkturaussichten nur bedingt abzuschätzen

Die Aussichten für die Konjunktur lassen sich derzeit nur bedingt abschätzen. Einen Hinweis könnte der Auftragseingang in der Industrie liefern. Für diesen liegen aber wegen der Streiks im öffentlichen Dienst in Nordrhein-Westfalen nur vorläufige und unvollständige Angaben vor (F.A.Z. vom 9. Mai). Die Daten lassen jedoch vermuten, daß die Nachfrage nach Industriegütern im März gegenüber dem Vormonat spürbar zurückgegangen ist.

Die provisorisch berechneten Werte des F.A.Z.-Konjunkturindikators für Februar und März deuten somit auf eine Abnahme der Auftriebskräfte hin. Im März ging der Indikator sogar leicht um 0,3 Prozent auf 109,4 Punkte zurück - zum ersten Mal seit April 2005. Der Indikator lag allerdings immer noch geringfügig höher als im Januar und 6,3 Prozent über dem Märzwert des Jahres 2005. Daß der Index durch den spürbaren Nachfragerückgang nicht stärker beeinträchtigt wurde, liegt vor allem daran, daß der Verlauf des Indikators durch den Auftragstrend bestimmt wird. Sollte sich die Nachfrage im April wieder erholt haben, wäre der Aufwärtstrend weiterhin intakt. Die übrigen Kennziffern des Indikators bewegten sich im Februar und im März teils kräftig nach oben. Vor allem trifft dies auf das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe zu; auch die Aktienkurse stiegen. Zudem vergrößerte sich die Differenz zwischen langfristigen und kurzfristigen Zinsen etwas.

Einbruch der Produktion paßt ins Bild

In das zurückhaltende Bild des Aufschwungs, den der F.A.Z.-Konjunkturindikator anzeigt, paßt der Einbruch der Produktion im Produzierenden Gewerbe im März um 2,4 Prozent gegenüber Februar. Während das drastische Minus im Baugewerbe um 14,5 Prozent wohl dem sehr kalten Wetter zuzuschreiben ist und im April aufgeholt werden dürfte, überraschte das deutliche Minus der Produktion im Verarbeitenden Gewerbe um 1,4 Prozent.

Der Produktionseinbruch vergrößert die Diskrepanz zwischen den gut laufenden Stimmungsindikatoren wie dem Ifo-Geschäftsklimaindex und der tatsächlichen Entwicklung. Nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums ist der Aufwärtstrend jedoch intakt. Im ersten Quartal stieg die Industrieproduktion 0,9 Prozent gegenüber dem Jahresschlußquartal 2005. Der Anstieg fällt indes gegenüber dem zweiten Halbjahr 2005 zurück. Das Risiko, daß das gesamtwirtschaftliche Wachstum im ersten Quartal schlechter als erwartet ausfällt, ist damit gestiegen. Das Statistische Bundesamt wird dazu am Donnerstag eine erste Schätzung vorlegen.

Quelle: F.A.Z., 10.05.2006, Nr. 108 / Seite 13
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