08.07.2005 · Die Konjunktur in Deutschland verläuft weiterhin schleppend. Der F.A.Z.-Indikator ist im Mai dieses Jahres leicht gefallen. Die Industrieproduktion sinkt. Einfuhr und Ausfuhr wachsen kräftig.
Die Konjunktur in Deutschland verläuft weiterhin schleppend. Der F.A.Z.-Indikator ist im Mai dieses Jahres leicht gefallen. Mit einem Indexstand von 102,5 Punkten lag der Indikator 0,2 Prozent niedriger als im Vormonat und lediglich 0,5 Prozent höher als im gleichen Monat des Vorjahres.
Auf eine zögerliche Konjunkturentwicklung weist auch die Erzeugung im Produzierenden Gewerbe hin, die nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums im Mai preis- und saisonbereinigt um 0,2 Prozent gegenüber April zurückging. Im wichtigen Verarbeitenden Gewerbe sank die Produktion um 0,5 Prozent.
Seit einem halben Jahr seitwärts
Der F.A.Z.-Indikator gab nach, obwohl die Bestellungen in der Industrie im Mai stark zunahmen. Aber der Auftragseingang schwankte im bisherigen Jahresverlauf so stark, daß ein eindeutiger Aufwärtstrend nicht zu erkennen ist. Negativ schlug zu Buche, daß sich das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe eintrübte. Erst im Juni hatte das Klima sich leicht verbessert. Die Kapitalmarktzinsen gaben bei unveränderten Geldmarktzinsen nach. Eine geringere Differenz der langfristigen und kurzfristigen Zinsen deutet auf schwächeres Wachstum hin. Leichte Impulse kamen nur vom Anstieg der Aktienkurse und von der Abwertung des Euro.
Ministerium: Intakte Aufwärtsentwicklung
Der F.A.Z.-Indikator entwickelt sich nun schon seit einem halben Jahr seitwärts. Mit einem Anziehen der Konjunktur ist demnach vorerst nicht zu rechnen. Dieses Signal geht auch von der Produktion aus, die im April und im Mai von der wetterbedingten Erholung der Bauwirtschaft profitierte. Im Vergleich April/Mai zu Februar/März stieg die Bauproduktion um 10,2 Prozent. Für das Verarbeitende Gewerbe ergab sich ein Plus von 0,9 Prozent. Das Wirtschaftsministerium erklärte, die Aufwärtsentwicklung in der Industrie seit intakt. Volkswirte sprachen von einer schleppenden Entwicklung und setzen ihre Hoffnung auf die Euro-Abwertung.
Einfuhr steigt stark
Im Mai führten die Unternehmen nach Angaben des Statistischen Bundesamts Waren im Wert von 63,6 Millionen Euro aus. Kalender- und saisonbereinigt waren das 3,8 Prozent mehr als im April. Zugleich stieg die Einfuhr auf 51,6 Milliarden Euro, 5,9 Prozent mehr als im Vormonat. Schon im April war die Einfuhr kräftig gewachsen, was auf eine gute Binnennachfrage und - zusammen mit der moderaten Produktion bei guten Aufträgen - auf einen möglichen Lageraufbau hindeutet.
Die nominal starke Einfuhr dürfte im April und im Mai auch in der preisbereinigten Rechnung kräftiger gestiegen sein als die Ausfuhr. Damit ist es wahrscheinlich, daß der Außenhandel im Saldo das Wirtschaftswachstum zuletzt belastete. Die Schätzungen für das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal reichen von einem Minus von 0,2 Prozent bis zu einem Plus in gleicher Größenordnung.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2471 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,36 $ | −0,46% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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