07.04.2005 · Die deutsche Konjunktur bleibt ohne Schwung. Der F.A.Z.-Konjunkturindikator ist im Februar um 0,1 Prozent gegenüber Januar gesunken, nachdem er zuvor zweimal nacheinander deutlich gestiegen war.
Die deutsche Konjunktur bleibt ohne Schwung. Der F.A.Z.-Konjunkturindikator ist im Februar um 0,1 Prozent gegenüber Januar gesunken, nachdem er zuvor zweimal nacheinander deutlich gestiegen war. Der Indikator liegt nun 2,2 Prozent über dem Stand vor einem Jahr. Nach wie vor wird die Indikatorentwicklung von den besonders vielen Großaufträgen im Verarbeitenden Gewerbe im Dezember verzeichnet. Ein besserer Blick auf die verhaltene konjunkturelle Dynamik ergibt eine Rechnung, in der die Großaufträge unberücksichtigt sind. Darin liegt der bereinigte Indikator im Februar in etwa auf dem Stand von Sommer 2004.
Die Verschlechterung des F.A.Z.-Konjunkturindikators im Februar hat seine Gründe vor allem im deutlichen Rückgang des Auftragseingangs und in der Eintrübung des Ifo-Geschäftsklimas im Verarbeitenden Gewerbe. Die Abwärtstendenz des Auftragseingangs läßt nach Ansicht des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) vermuten, daß sich die Industrieproduktion in den kommenden Monaten schwach entwickeln wird. Das Kieler Institut berechnet den F.A.Z.-Indikator.
Produktion im Produzierenden Gewerbe sinkt
Im Februar ging das preisbereinigte Volumen der Produktion im Produzierenden Gewerbe um 2,2 Prozent gegenüber dem Vormonat zurück, teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Donnerstag mit. Bedingt durch das schlechte Wetter, fiel zuletzt die Produktion im Bauhauptgewerbe um 13,8 Prozent. Volkswirte werteten das gesamte Minus in dieser um saisonale Schwankungen bereinigten Rechnung als Gegenbewegung zum starken Anstieg der Produktion im Januar um 2,8 Prozent. Im weniger schwankungsanfälligen Zweimonatsdurchschnitt Januar/Februar zu November/Dezember stieg die Produktion um 1,9 Prozent. Der Grund ist ausschließlich ein Zuwachs im Verarbeitenden Gewerbe (2,6 Prozent), während Energie- und Bauwirtschaft ein Minus von 1,7 beziehungsweise 2,9 Prozent meldeten.
Abschwächung im zweiten Quartal
Das Ministerium betonte, daß die Industrieproduktion sich zu Jahresanfang positiv entwickelt habe und im Zweimonatsdurchschnitt, der um die Zahl der Arbeitstage bereinigt ist, 2,7Prozent über dem Vorjahresniveau liege. Volkswirte erwarten, daß das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal spürbar wachsen wird, was auch als statistisch bedingte Gegenbewegung zum Rückgang im vierten Quartal 2004 zu werten ist.
Der zuletzt gerade im Inland sinkende Auftragseingang, die deutliche Eintrübung des Geschäftsklimas und auch der F.A.Z.-Konjunkturindikator weisen jedoch darauf hin, daß die Konjunktur im zweiten Quartal sich kräftig abschwächen dürfte. "Die Aussichten für den Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts bleiben sehr gedämpft", sagte Joachim Scheide vom Kieler IfW. "Im gesamten ersten Halbjahr wird das Wirtschaftswachstum sehr schwach ausfallen."
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2471 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,34 $ | −0,48% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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