08.02.2006 · Die Aussichten für die deutsche Konjunktur sind nach wie vor günstig. Aktuelle Daten weisen aber darauf hin, daß für Euphorie kein Anlaß besteht. So hat der F.A.Z.-Konjunkturindikator im Dezember seinen Höhenflug unterbrochen.
Die Aussichten für die deutsche Konjunktur sind nach wie vor günstig. Aktuelle Daten weisen aber darauf hin, daß für Euphorie kein Anlaß besteht. So hat der F.A.Z.-Konjunkturindikator im Dezember seinen Höhenflug unterbrochen. Der Index fiel um 0,1 Prozent auf 108,1 Punkte. Auf eine gewisse Abkühlung der in den vergangenen Monaten gut laufenden Industriekonjunktur deutet zudem hin, daß die Produktion im Produzierenden Gewerbe im Dezember zum zweiten Mal nacheinander gesunken ist. Nach Angaben des Bundeswirtschaftsministeriums fiel die Produktion um 0,5 Prozent gegenüber November.
Vom Juni 2005 an war der F.A.Z.-Konjunkturindikator, den das Institut für Weltwirtschaft in Kiel für diese Zeitung berechnet, sechsmal nacheinander kräftig gestiegen. Trotz des leichten Rückgangs im Dezember liegt der Index damit immer noch 5,3 Prozent über dem Vorjahresmonat. Alles in allem ist die konjunkturelle Erholung in der ersten Hälfte dieses Jahres als weitgehend gesichert anzusehen. Wie stark diese danach weiterläuft, ist indes offen. Auffallend ist, daß die Stimmungsindikatoren zuletzt ein etwas anderes und positiveres Konjunkturbild lieferten als die harten Fakten.
Leichter Dämpfer
So legte nicht nur das Geschäftsklima im Verarbeitenden Gewerbe kräftig zu, auch die Aktienkurse bewegten sich weiterhin steil nach oben. Maßgeblich für den Rückgang des F.A.Z.-Indikators war die Abnahme des Auftragseingangs in der Industrie, der zuvor sehr rasch gestiegen war. Allerdings scheint der Aufwärtstrend für diese Kennziffer, die für die Berechnung des Indikators das größte Gewicht hat, intakt zu sein. Einen leichten Dämpfer gab es auch durch die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB): Die Anhebung der Leitzinsen Anfang Dezember bewirkte eine Abnahme der Zinsdifferenz, also des Abstands zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen.
Zu dem Gegensatz zwischen guten Stimmungsindikatoren und eher durchwachsenen harten Wirtschaftsdaten trägt auch bei, daß die Produktion im Produzierenden Gewerbe, zu dem die Industrie, das Bau- und das Energiegewerbe zählen, im Dezember unerwartet nachgab. Ausschlaggebend war das abermalige Minus der Produktion in der Industrie von 0,8 Prozent, nach minus 0,5 Prozent im November. Die im vergangenen Jahr ausgesprochen kräftige Industriekonjunktur hat sich damit zum Jahresende etwas beruhigt; die Produktion lag im November/Dezember zusammen aber 5,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
Im Gegensatz zur Industrie steigerten die Unternehmen des Bauhauptgewerbes im Dezember ihre Produktion gegenüber November, und zwar um 3,4 Prozent. Volkswirte begründeten das Plus im Dezember mit mildem Wetter in der ersten Monatshälfte und einer erhöhten Nachfrage vor der Abschaffung der Eigenheimzulage. Insgesamt war die Bauproduktion in beiden Monaten zusammen indes 1,6 Prozent geringer als vor einem Jahr.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2471 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,34 $ | −0,48% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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