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Euroraum wächst weiter : Nicht nur Deutschland geht es gut

Nur in Finnland ist die Wirtschaft geschrumpft. Bild: AFP

Die Konjunktur erholt sich weiter: Das Bruttoinlandsprodukt im Euroraum ist im zweiten Quartal um 0,6 Prozent gewachsen. Selbst in zwei Krisenländern geht es voran.

          Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum schreitet weiter voran. Die Wirtschaftsleistung der Währungsunion legte zwischen April und Juni gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent zu. Das teilte das europäische Statistikamt Eurostat in Luxemburg am Mittwoch nach einer zweiten Schätzung mit. Auch in der Wirtschaft der gesamten Europäischen Union ging es im zweiten Quartal um 0,6 Prozent voran. Im Auftaktquartal war das Bruttoinlandsprodukt in beiden Gebieten um 0,5 Prozent gestiegen.

          Maja Brankovic

          Redakteurin der Frankfurter Allgemeinen Woche.

          Wichtiger Wachstumstreiber war auch im zweiten Quartal wieder die deutsche Wirtschaft. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, legte das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft des Währungsraumes gegenüber dem Jahresauftakt um 0,6 Prozent zu. Für das gesamte Jahr halten Volkswirte einen Zuwachs von 2 Prozent für möglich.

          In Spanien stieg die Wirtschaftsleistung zwischen April und Juni sogar um 0,9 Prozent, in Italien ging es um 0,4 Prozent voran. Negatives Wachstum meldete lediglich Finnland (minus 0,5 Prozent). In sechs der neunzehn Mitgliedstaaten, darunter Griechenland, stehen die Ergebnisse für das zweite Quartal noch aus.

          „Die positive Wirtschaftsentwicklung macht Europa widerstandsfähig und lässt wieder Raum für zukunftsgewandte Wirtschaftspolitik“, kommentierte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner die Zahlen. Die Euroländer sollten das Zeitfenster nutzen, um die Leistungsfähigkeit ihrer Volkswirtschaften zu stärken. Wichtig seien Reformen, die das Produktivitätswachstum ankurbeln. „Damit befindet sich der Euroraum langfristig auf dem richtigen Weg.“

          Zeuner zählt zu den Ökonomen, die den ultralockeren geldpolitischen Kurs der EZB weiterhin für notwendig halten. Derzeit kauft sie für monatlich durchschnittlich 60 Milliarden Euro Unternehmens- und Staatsanleihen. Das Programm läuft noch bis mindestens Ende 2017. Nach Einschätzung der Analysten dürfte die Notenbank im Herbst erste Maßnahmen hin zu einem restriktiveren Kurs ankündigen.

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