http://www.faz.net/-gqe-745ul

Europas Schuldenkrise : EU-Kommission widerspricht spanischer Regierung

  • Aktualisiert am

Wann gibt es in Spaniens Wirtschaft wieder Wachstum - und wie groß ist es? Bild: REUTERS

2014 wird es laut Ministerpräsident Rajoy in Spanien eine Rückkehr zum Wachstum geben. Ob das Land einen Antrag auf Hilfsgelder stellen wird, ließ er offen. Derweil sieht die EU-Kommission für 2013 einen stärkeren Rückgang der Wirtschaft als die Regierung.

          Spanien wird nach den Worten von Ministerpräsident Mariano Rajoy in diesem Jahr die wirtschaftliche Talsohle durchschritten haben. 2013 werde das Bruttoinlandsprodukt zwar ebenfalls noch schrumpfen, aber nicht mehr so stark, sagte Rajoy am Dienstag in einem Hörfunk-Interview. 2014 werde es eine Rückkehr zum Wachstum geben. Größtes Problem für die Wirtschaft seien Finanzierungsengpässe.

          Ob Spanien einen Antrag auf europäische Hilfsgelder stellen wird, ließ Rajoy offen. Das hänge auch davon ab, ob der dann  mögliche Kauf spanischer Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank die Zinskosten auch tatsächlich drücken würde. Derzeit liegt der Zins um 4,35 Prozentpunkte über dem der deutschen Bundesanleihe. Ein Abstand von zwei Punkten wäre nach den Worten Rajoy angemessener.

          Die EU-Kommission sagt Spanien für 2013 nach einem Zeitungsbericht einen dreimal so starken Rückgang der Wirtschaftsleistung voraus wie die Regierung in Madrid. Das Bruttoinlandsprodukt werde demnach um 1,5 Prozent fallen, berichtete die Tageszeitung „El Pais“ am Dienstag unter Berufung auf den ihr vorliegenden Entwurf der Brüsseler Behörde. Die Regierung geht nur von einem Minus von 0,5 Prozent aus. Für dieses Jahr rechnet die Kommission mit minus 1,6 Prozent.

          Erst 2014 soll die Rezession in der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone enden. Dann wird ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet. Wegen der anhaltenden Rezession dürfte auch das Loch im Staatshaushalt größer ausfallen. Die EU-Kommission rechnet Zeitungsbericht nach mit einem Defizit von acht Prozent für dieses Jahr und sechs Prozent für 2013 sowie 5,8 Prozent für 2014. Die Regierung ist mit 7,3 und 4,5 sowie 2,8 Prozent deutlich optimistischer.

          Weitere Themen

          So hat Erdogan die Türkei verändert

          Statistik vor der Wahl : So hat Erdogan die Türkei verändert

          Seit 2002 regiert Recep Tayyip Erdogan die Türkei. Unter ihm wurde das Land wohlhabender und urbaner. Doch wirtschaftlich steht längst nicht alles zum Besten. Die Bilanz des AKP-Politikers in Grafiken.

          Kroatien gewinnt souverän Video-Seite öffnen

          Argentinien am Abgrund : Kroatien gewinnt souverän

          Die Mannschaft rund um den Starkicker Lionel Messi unterlag deutlich mit 0:3 gegen souverän aufspielende Kroaten. Eine herbe Enttäuschung für den WM-Finalisten von 2014.

          Topmeldungen

          Gastarbeiter aus der Türkei nach ihrer Schicht in der Zeche Neu-Monopol in Bergkamen

          Gaucks Kritik an Gastarbeitern : Im Namen des Vaters

          Für Joachim Gauck ist es „nicht hinnehmbar“, wenn Türken kein Deutsch können. Weiß er nicht, wie hart das Leben für uns in diesem Land war? Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.