25.03.2004 · Der Spanier José Manuel González-Páramo soll seinem Landsmann Solans ins EZB-Direktorium folgen. Damit dürfte auch ein deutscher Nachfolger für Otmar Issing wahrscheinlich werden, der 2006 aus dem Amt scheidet.
Der Spanier José Manuel González-Páramo soll nach dem Willen der Finanzminister des Euro-Raums neues Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) werden und seinen Landsmann Eugenio Domingo Solans ablösen. Die Minister einigten sich am Donnerstagabend am Rande des EU-Gipfels in Brüssel auf González-Páramo, der derzeit Mitglied des Exekutivrats der spanischen Notenbank ist. Der Beschluß des Gremiums sei einstimmig gefallen, teilte der irische Finanzminister Charlie McCreevy mit. Das Europaparlament muß dem Vorschlag noch zustimmen. Die Amtszeit von Solans endet im Mai.
Mit der Berufung des Spaniers bleibt es vorerst dabei, daß alle großen Mitgliedstaaten des Euro-Raums mit einem Direktoriumsmitglied in der EZB vertreten sind. Damit dürfte auch ein Präjudiz für die Nachfolge des deutschen Direktoriumsmitglieds Otmar Issing geschaffen worden sein, der 2006 aus dem Amt ausscheidet. Nach Einschätzung von Brüsseler Diplomaten ist es wahrscheinlicher geworden, daß Deutschland auch künftig ein EZB-Direktoriumsmitglied stellt.
Über die Nachfolge für den bisherigen Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF), Horst Köhler, wurde nicht entschieden. Mit der Einigung auf González-Páramo sind aber die Chancen des bisherigen Favoriten auf den IWF-Chefposten, des scheidenden spanischen Finanzministers Rodrigo Rato, erheblich gesunken. Schon vor dem Gipfel hatte sich abgezeichnet, daß nicht beide Posten mit Spaniern besetzt werden würden.
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