31.10.2006 · Während die Inflationsrate auf 1,6 Prozent sinkt, hellt das Wirtschaftsklima im Euro-Raum sich im Oktober abermals auf. Die Industriekonjunktur verläuft ausgesprochen robust.
Das Konjunkturklima im Euro-Raum hat sich im Oktober abermals aufgehellt und stützt so die Erwartung von Analysten und der Europäischen Zentralbank (EZB), daß der Wirtschaftsaufschwung in der Währungsunion sich festigt und verbreitert. Dies geht aus den monatlichen Konjunkturumfragen der Europäischen Kommission hervor.
Zugleich meldete das statistische Amt der EU am Dienstag in einer ersten Schätzung, daß die Inflationsrate im Euro-Raum im Oktober von 1,7 auf 1,6 Prozent gesunken sei. Analysten begründeten dies unter anderem mit dem vergleichsweise niedrigen Ölpreis. Sie erwarten mehrheitlich, daß mit der Mehrwertsteuererhöhung in Deutschland im kommenden Jahr und aufgrund statistischer Basiseffekte der Preisauftrieb sich im Euro-Raum wieder beschleunigen wird.
Die Europäische Zentralbank wird deshalb nach allgemeiner Einschätzung im Dezember den Leitzins abermals von 3 auf 3,25 Prozent anheben. Die EZB dürfte den Schritt auch mit der guten Wirtschaftsentwicklung begründen, welche die Preisrisiken erhöht. Für die Sitzung des EZB-Rats an diesem Donnerstag wird keine Zinsänderung erwartet.
Robuste Industriekonjunktur
Im Oktober verbesserte das Wirtschaftsklima sich nach Angaben der EU-Kommission sowohl im Verarbeitenden Gewerbe, bei den Dienstleistern als auch im Einzelhandel. Während die Verbraucher über eine unverändert gute Stimmung berichteten, gab das Geschäftsklima im Baugewerbe leicht nach. Im Verarbeitenden Gewerbe, das für die konjunkturelle Entwicklung besonders wichtig ist, stieg der Indikator des Unternehmenvertrauens abermals und liegt jetzt mit 5 Punkten knapp unter seinem Rekordhoch vom Frühsommer 2000. Die Industrieunternehmen berichteten über einen höheren Auftragseingang und setzten ihre Produktionserwartungen herauf.
Kapazitätsauslastung steigt
Die Kapazitätsauslastung schätzten sie zu Beginn des vierten Quartals mit 83,9 Prozent höher ein als zuvor; seit Jahresmitte 2005 ist die Auslastung gestiegen und liegt nun deutlich über dem langjährigen Durchschnitt von 81,8 Prozent. Im Gegensatz zu diesen positiven Daten berichteten die Unternehmen im Oktober von einer niedrigeren Produktion; der entsprechende Teilindikator liegt aber immer noch deutlich über seinem historischen Mittelwert. In allen drei großen Mitgliedstaaten der Währungsunion, Deutschland, Frankreich und Italien, stieg das Geschäftsklima in der Industrie, was auf eine breite Basis des Aufschwungs hindeutet.
Die Stimmung der Verbraucher im Euro-Raum verbesserte sich dagegen im Oktober nicht. Der Index des Verbrauchervertrauens lag aber mit minus 8 Punkten weiterhin über seinem langfristigen Durchschnittswert. Während die privaten Haushalte die künftige gesamtwirtschaftliche Entwicklung besser als zuvor einschätzten, blieben die Urteile über die eigene finanzielle Zukunft verhalten. Dies deutete darauf hin, daß der private Konsum derzeit nur einen moderaten Beitrag zum Wirtschaftswachstum leistet.
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| Name | Kurs | Prozent |
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| DAX | 6.757,94 | +0,44% |
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| Nasdaq 100 | 2.556,01 | −0,75% |
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| Nikkei225 | 9.260,34 | +2,30% |
| EUR/USD | 1,3063 | −0,48% |
| Rohöl Brent Crude | 119,11 $ | +1,34% |
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