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Euro-Raum Die Euro-Wirtschaft steht vor ruhigerem Wachstum

 ·  Im ersten Halbjahr ist der Aufschwung kräftig ausgefallen. Doch Frühindikatoren wie der DZ-Bank-Euro-Indikator geben inzwischen nach. Die große Euphorie scheint vorbei zu sein.

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Nach einem sehr starken Wirtschaftswachstum im ersten Halbjahr deuten Frühindikatoren für den Euro-Raum zunehmend auf eine Abschwächung der Konjunktur in den kommenden Monaten hin. So ist der Euro-Indikator der DZ Bank, den die F.A.Z. regelmäßig veröffentlicht, im August um 0,3 Prozent auf 100,1 Punkte gefallen.

Die Jahresveränderungsrate des Indikators wies den dritten Rückgang nacheinander auf, von 3,6 Prozent im Juli auf 3,1 Prozent im August. Eurostat, das statistische Amt der EU, bestätigte am Freitag zugleich seine Schätzung für das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal dieses Jahres von 0,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Die Statistiker setzten zudem die saisonbereinigte reale Wachstumsrate für das erste Vierteljahr von 0,6 auf 0,8 Prozent hinauf. Stärker als im ersten Halbjahr wuchs die Euro-Wirtschaft zuletzt im Aufschwungjahr 2000.

Wachstum stützt sich auf Investitionsaufschwung

Hochgerechnet auf ein Jahr, wuchs die Euro-Wirtschaft in den beiden ersten Vierteljahren mit Raten von 3,2 und 3,6 Prozent, was deutlich oberhalb der inflationsneutralen Potentialwachstumsrate liegt. Diese sah die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt bei rund 2 Prozent. Nach den Angaben stützt das kräftige Wachstum sich seit dem Winterhalbjahr auf einen Investitionsaufschwung. Die Bruttoanlageinvestitionen legten im ersten Quartal mit 0,9 und im zweiten mit 2,1 Prozent zu.

Der private Konsum dagegen zeigte zuletzt mit einer Zuwachsrate von 0,3 Prozent Schwächen. Im ersten Vierteljahr war er noch 0,7 Prozent gewachsen. Die Hoffnungen von Analysten richten sich hier auf die Erholung am Arbeitsmarkt, die in Gang gekommen zu sein scheint. Im Juli suchten nach Schätzungen von Eurostat etwa 11,5 Millionen Menschen im Euro-Raum Arbeit. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote lag den zweiten Monat nacheinander bei 7,8 Prozent; das ist der niedrigste Wert seit Sommer 2001.

Außenhandel schwankt stark

Der Export legte von April bis Juni mit 1,3 Prozent deutlich verlangsamt zu; doch schwankt die Entwicklung des Außenhandels vielfach stark. Im Saldo von Export und Import trug der Außenhandel im zweiten Vierteljahr wenig zum Wirtschaftswachstum bei; die Triebkräfte des Aufschwungs kamen aus der Binnenwirtschaft. Die Detailangaben bestätigen die Einschätzung der EZB, daß die Euro-Wirtschaft einen soliden Wachstumspfad eingeschlagen hat.

Frühindikatoren wie der DZ-Bank-Euro-Indikator zeigen indes an, daß das Wachstumstempo sich in den kommenden Monaten verlangsamen dürfte. Im August gaben sieben der neun Komponenten des Euro-Indikators nach. Positive Meldungen kamen nur vom Arbeitsmarkt und von der Aktienbörse. Die Zahl der offenen Stellen erhöhte sich weiter. Die Kurse an den Aktienmärkten haben sich, gemessen am MSCI-Index für den Euro-Raum, weiter erholt.

Stimmungsindikatoren für Unternehmen gehen zurück

Teilweise markante Rückgänge gab es dagegen bei den Stimmungsindikatoren für die Unternehmen. Die Produktionserwartungen der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe fielen auf den niedrigsten Stand seit Januar. Die monatliche Umfrage unter den Einkaufsmanagern zeigt zwar noch robustes Wachstum im Industriebereich, doch hat die Dynamik beim Auftragseingang und bei der Produktion etwas nachgelassen.

Der RBS/NTC-Einkaufsmanagerindex fiel von 57,4 auf 56,5 Punkte, das ist der zweite Rückgang in Folge. Gleichwohl liegt der Index deutlich oberhalb der 50-Punkte-Marke, so daß ein Konjunktureinbruch nicht befürchtet werden muß. Der entsprechende RBS/BME-Index für Deutschland gab auf hohem Niveau zum zweiten Mal nacheinander nach.

Das Verbrauchervertrauen im Euro-Raum, das seit Mitte 2005 merklich gestiegen war, blieb im August stabil. Die Differenz zwischen Kapital- und Geldmarktzinsen verengte sich zum vierten Mal nacheinander. Während die Renditen an den Anleihemärkten etwas zurückgingen, zogen die Geldmarktzinsen abermals an. Auch die Zinsdifferenz deutet so auf eine Konjunkturberuhigung hin.

Quelle: pwe. / F.A.Z., 02.09.2006, Nr. 204 / Seite 12
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Hoffnungswert Konsum

Von Philip Plickert

Den meisten deutschen Kosumenten scheint die Euro-Krise weit weg. Sie geben ihr Geld mit vollen Händen aus. Doch kann der private Konsum die entscheidende Stütze der Konjunktur werden? Mehr

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