30.09.2005 · Die Geschäfte im deutschen Einzelhandel laufen schlechter. Im August verbuchte die Branche abermals weniger in den Kassen als im Vormonat und wird wohl nichts zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal beitragen.
Der deutsche Einzelhandel verbuchte im August abermals weniger in den Kassen und wird daher wohl nicht zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal beitragen.
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Freitag nahm die Branche 0,9 Prozent weniger ein als im Vormonat, bereinigt um Preissteigerungen betrug der Umsatzrückgang 0,8 Prozent. Analysten rechnen nun damit, daß der private Konsum im dritten Quartal insgesamt allenfalls stagniert hat. Aus Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und wegen der gestiegenen Benzinpreise hielten die Verbraucher in den Geschäften die Geldbörsen geschlossen.
Septemberzahlen wahrscheinlich noch schlechter
„Es gibt ganz offensichtlich negative Faktoren für den Einzelhandel soweit das Auge reicht“, sagte Andreas Rees von der Hypo-Vereinsbank. „Angefangen bei den hohen Energiekosten bis zu sehr niedrigen Einkommenszuwächsen.“ Klaus Schrüfer von der SEB warnte, die Umsatzzahlen dürften im September noch schlechter ausfallen, wenn der Energiepreisanstieg richtig durchschlage: „Das zwingt die Menschen, anderswo Geld zu sparen.“
Im August lagen die Umsätze real 2,2 und nominal 2,4 Prozent über dem Niveau vom August 2004 - allerdings hatte der August in diesem Jahr einen Verkaufstag mehr. In den ersten acht Monaten des Jahres summierte sich der Umsatz-Anstieg zum Vorjahr auf real 0,7 Prozent. Der Verkauf von Kleidung und Kosmetik lief im August deutlich besser als vor einem Jahr. Insgesamt stiegen die Umsätze bei Nicht-Lebensmitteln gegenüber dem Vorjahr um real 4,6 Prozent, der Umsatz mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren sank dagegen um 1,1 Prozent. Für die Berechnung des Wirtschaftswachstums zum Vorquartal ist der Vormonatsvergleich ausschlaggebend.
Einzelhandel im dritten Quartal wohl nicht positiv
Selbst bei einer kräftigen Gegenbewegung im September zum Minus im Juli und August werde der Einzelhandel im dritten Quartal zum Vorquartal negativ abschneiden, sagte Ulrike Kastens vom Bankhaus Sal. Oppenheim. Ähnlich äußerte sich Ralph Solveen von der Commerzbank. Trotzdem könne die Gesamtwirtschaft im dritten Quartal ein knappes halbes Prozent Wachstum schaffen: „Das wird aber vom Export und den Ausrüstungsinvestitionen getragen, und nicht vom privaten Konsum“, sagte der Volkswirt.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.394,15 | +1,26% |
| Dow Jones | 12.580,70 | +1,01% |
| EUR/USD | 1,2471 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,34 $ | −0,48% |
| Gold | 1.579,50 $ | +0,31% |
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