01.06.2005 · Die Konjunkturerholung im Euro-Raum steht trotz des spürbaren Wirtschaftswachstums im ersten Quartal weiterhin auf wackligen Beinen. Der DZ-Bank-Indikator sinkt.
Die Konjunkturerholung im Euro-Raum steht trotz des spürbaren Wirtschaftswachstums im ersten Quartal weiterhin auf wackligen Beinen. Dies geht aus den Berechnungen des EU-Statistikamts Eurostat zu den Verwendungskomponenten des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) hervor.
Zwar wurde die vorläufige Schätzung bestätigt, wonach das BIP im ersten Vierteljahr 2005 gegenüber dem Vorquartal um 0,5 Prozent zulegte. Dieser Anstieg ist aber allein dem gestiegenen Außenbeitrag zu verdanken, während sich die Binnennachfrage nicht veränderte. Das Wachstum zum Vorjahresquartal wurde von 1,4 auf 1,3 Prozent revidiert.
Einbruch der Investitionen
Bankvolkswirte bewerteten besonders den Einbruch der Bruttoanlageinvestitionen (minus 0,7 Prozent zum Vorquartal) als Zeichen dafür, daß von einem selbsttragenden Aufschwung keine Rede sein könne. Christoph Weil von der Commerzbank sagte, das Investitionsminus sei zwar witterungsbedingt überzeichnet. Es gebe aber dennoch Anlaß zur Sorge, weil die Investitionen der Schlüssel für eine Erholung der Binnennachfrage seien. Der Anstieg des privaten Konsums (0,3 Prozent) sei vor diesem Hintergrund zu schwach; überdies sei nicht sicher, ob er sich im Jahresverlauf fortsetzen werde. Auch das Exportplus von 0,2 Prozent nannte Weil enttäuschend. Daß der Außenbeitrag deutlich gestiegen ist, geht vor allem auf einen Einbruch des Imports (minus 1,1 Prozent) zurück.
DZ-Bank-Euro-Indikator fällt zum dritten Mal
Eine geringere Konjunkturdynamik im laufenden Quartal lassen auch andere Indikatoren erwarten. So hat sich der DZ-Bank-Euro-Indikator im Mai abermals, zum dritten Mal in Folge, verschlechtert. Er sank gegenüber April um 0,2 Prozent und auf einen Stand von 103,2 Punkten.
Besonders die Umfragen aus der Industrie zeigen eine merkliche Verschlechterung des Geschäftsklimas. So sind die Produktionserwartungen im Verarbeitenden Gewerbe, die sich noch zum Ende letzten Jahres auf einem recht hohen Niveau bewegten, seither wieder kräftig gesunken. Auch unter den Einkaufsmanagern macht sich gemäß der aktuellen Reuters-Umfrage zunehmend Pessimismus breit. Im Mai sank der Index von 49,2 auf 48,7 Punkte und signalisiert damit den zweiten Monat in Folge eine Verschlechterung der Industriekonjunktur. Während die Produktion nicht mehr weiter ausgedehnt wird, schätzten die Unternehmen vor allem den Auftragseingang zuletzt deutlich schwächer ein.
Die schlechte Stimmung ist nach Angaben der DZ-Bank besonders bemerkenswert, weil ihr die positive Entwicklung zweier wichtiger externer Einflußfaktoren auf die Industriekonjunktur - des Ölpreises und des Euro-Wechselkurses - eigentlich entgegenstehe. Die dennoch schlechte Stimmung gehe wohl nicht zuletzt auf die "aktuellen politischen Debatten" zurück, die die Wachstums- und Beschäftigungsperspektiven für ganz Europa belasteten.
Verbraucherstimmung bleibt getrübt
Auch die Verbraucherstimmung bleibt getrübt. Die Konsumenten schätzten zuletzt ihre eigene finanzielle Situation etwas ungünstiger ein und beurteilen auch die Aussichten für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung deutlich negativer als noch im Vormonat. Die weiterhin sehr unbefriedigende Arbeitsmarktentwicklung lasse eine durchgreifende Belebung der schon längere Zeit schwachen Konsumkonjunktur auch für die kommenden Monate nicht zu erwarten, schreibt die DZ-Bank. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote im Euro-Raum betrug laut Eurostat im April unverändert 8,9 Prozent.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.376,54 | −2,24% |
| Dow Jones | 12.365,10 | −1,10% |
| EUR/USD | 1,2567 | −0,92% |
| Rohöl Brent Crude | 105,65 $ | −2,40% |
| Gold | 1.582,50 $ | 0,00% |
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