Home
http://www.faz.net/-gqf-74psq
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Deutschlands Konjunktur Einzelhandel mit stärkstem Umsatzeinbruch seit fast 4 Jahren

Zweieinhalb Prozent haben die deutschen Einzelhändler im Oktober weniger umgesetzt als im September. Als ein Grund gilt das milde Wetter: Dadurch kaufen weniger Menschen die neue Wintermode.

© dapd Vergrößern Weihnachtsstimmung: Passanten bummeln in Bremens Domshof-Passage.

Die Einzelhändler haben vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft einen überraschenden Rückschlag erlitten. Ihr Umsatz brach im Oktober so stark ein wie seit fast vier Jahren nicht mehr. Er fiel um 2,5 Prozent im Vergleich zum Vormonat, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Preisbereinigt (real) fiel das Minus mit 2,8 Prozent noch größer aus. „Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 2009“, sagte ein Statistiker. Ökonomen hatten lediglich mit einem realen Rückgang um 0,2 Prozent gerechnet.

Die Branche rechnet trotzdem mit einem Rekordumsatz im Weihnachtsgeschäft. „Die Chancen dafür sind gut“, sagte Kai Falk vom Branchenverband HDE. „Ein einzelnes Monatsergebnis sollte nicht überbewertet werden.“

Hoffnung auf Weihnachtsgeschäft

Von Januar bis Oktober zusammengerechnet lag das Umsatzplus mit 2,2 Prozent noch über der HDE-Prognose für das Gesamtjahr von 1,5 Prozent. „Der Konsum ist sehr stabil, auch wenn es kein Konsumboom ist“, sagte Falk. Das Weihnachtsgeschäft werde für einen Rekordumsatz von 80,4 Milliarden Euro sorgen. Das wären 1,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Mehr zum Thema

Auch die GfK-Konsumforscher rechnen mit einem versöhnlichen Jahresabschluss. „Die Rahmenbedingungen sind günstig“, sagte ihr Experte Rolf Bürkl. „Der Arbeitsmarkt ist robust, die Inflation fällt, die Einkommen steigen.“ Nach Prognose der GfK werden die Deutschen im Schnitt 285 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben - neun Prozent mehr als 2011. Hohe Benzinpreise und die für 2013 angekündigten Strompreiserhöhungen verhinderten ein besseres Ergebnis.

Mildes Wetter belastet Wintermode-Verkauf

Den Rückschlag im Oktober erklärten sowohl der HDE als auch die GfK mit dem lange Zeit milden Wetter, der nicht gerade zum Kauf von Herbst- und Wintermode angeregt habe. Der Umsatz mit Textilien, Bekleidung, Schuhe und Lederwaren fiel deshalb besonders deutlich: Er blieb um 2,5 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahresmonats.

Dagegen zogen die Umsätze im Internet- und Versandhandel um 2,7 Prozent an, im Lebensmittelhandel sogar um 3,7 Prozent und in Supermärkten und Warenhäusern um 3,8 Prozent.

Quelle: Reuters

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Mittelstandsanleihen-Ticker Eno Energy mit deutlichem Umsatz- und Gewinnrückgang

Ekotechnikas Rating sinkt auf „CCC“. Joh. Fr. Behrens erreicht die Kreditklauseln für einen Konsortialkredit nicht. Constantin Medien zahlt eine Unternehmensanleihe vorzeitig zurück. Mehr

29.07.2014, 17:44 Uhr | Finanzen
Weitere Nachrichten Hackerangriff bremst Ebay

General Electric will angeblich seine Haushaltsgeräte-Sparte loswerden, General Motors fällt hinter VW zurück und die neuen Smart-Modelle machen sich in Amerika Konkurrenz. Mehr

17.07.2014, 07:04 Uhr | Wirtschaft
„Unkalkulierbare Kosten“ entstehen Landwirte warnen vor Folgen des Mindestlohns

Besonders kleine Unternehmen träfen die Folgen des Mindestlohns. Es ist fraglich, ob sie wettbewerbsfähig bleiben. Hinzu kommen Frühjahrstrockenheit und heftige Niederschläge im Juni, die die Ernte schmälern könnten. Mehr

15.07.2014, 11:39 Uhr | Rhein-Main

Fluch der bösen Tat

Von Carl Moses

Wieder droht Argentinien eine Schuldenkrise. Das ist nicht zuletzt dem rabiaten Umgang mit den Gläubigern nach der letzten Krise zuzuschreiben. Mehr 3


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --

Wirtschaft in Zahlen Plötzlich lahmt das iPhone

Wenn ein neues iPhone auf den Markt kommt, finden die Leute ihr altes langsam. Ist das Absicht von Apple? Oder nur eine psychologische Täuschung? Mehr 4