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Veröffentlicht: 06.05.2017, 11:45 Uhr

Deutsche Unternehmen Mehr Gewinn, mehr Umsatz - mehr Mitarbeiter!

Die Wirtschaft in der Währungsunion zieht an, Chinas Wachstum ist robust: Den großen deutschen Konzernen ist ein prima Start ins neue Jahr gelungen, haben Fachleute nun ausgerechnet. Sie nennen aber auch manches Risiko.

© dpa Daimler hat vor Steuern 4 Milliarden Euro Gewinn gemacht im ersten Quartal.

Mehr Umsatz, mehr Gewinn, mehr Mitarbeiter: Deutschlands große börsennotierte Unternehmen sind mit Schwung ins Jahr 2017 gestartet. Der operative Gewinn (Ebit) von mehr als der Hälfte der 30 Dax-Konzerne, die bisher Zahlen für das erste Vierteljahr vorgelegt haben, stieg um stolze 27 Prozent - auf zusammengerechnet beinahe 28 Milliarden Euro. Das haben die Fachleute der Unternehmensberatung EY ausgerechnet.

Die Konzerne profitierten ihnen zufolge von der wirtschaftlichen Erholung in Europa und der robusten Wirtschaftsentwicklung vor allem in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt China. Zudem erleichterte der gegenüber dem Dollar gesunkene Euro-Kurs die Ausfuhren.

„Eigene Widerstandsfähigkeit erhöht“

Der Umsatz von 17 Konzernen - ohne Banken - verbesserte sich den Angaben zufolge um 10 Prozent auf 251,61 Milliarden Euro, die Zahl der Mitarbeiter stieg insgesamt um 3 Prozent (Stand 31. März). In Asien kletterte der Umsatz um 15 Prozent, in Europa um 11 Prozent. Die auf dem nordamerikanischen Markt erwirtschafteten Erlöse legten um acht Prozent zu - dabei spielten auch Währungseffekte eine Rolle.

„Etliche Konzerne konnten zudem ihre Profitabilität und damit ihre eigene Schlagkraft und Widerstandsfähigkeit gegen mögliche Krisen erhöhen. Das Jahr hat also sehr gut angefangen“, sagte Mathieu Meyer, Mitglied der EY-Geschäftsführung. Die gewinnstärksten Unternehmen waren der Auswertung zufolge Volkswagen, Daimler und Bayer. Die stärksten Umsatzzuwächse erzielten demnach Fresenius, Adidas und BASF.

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Die Perspektiven für den Rest des Jahres beurteilte Meyer grundsätzlich positiv: „Die Konjunkturaussichten haben sich zuletzt aufgehellt, viele wichtige Indikatoren zeigen derzeit nach oben.“ So war unter anderem die Stimmung in der deutschen Wirtschaft im April weiter gestiegen. Der vom Münchner Ifo-Institut berechnete Geschäftsklimaindex verbesserte sich von 112,4 auf 112,9 Punkte. „Die deutsche Wirtschaft wächst kräftig“, hatte der Ifo-Präsident Clemens Fuest dazu gesagt.

EY-Fachmann Meyer mahnt zugleich aber zur Vorsicht. „Die politischen Risiken bleiben hoch.“ Gerade in Europa könnte es in diesem Jahr zu Turbulenzen kommen, sagte er mit Blick auf die Brexit-Verhandlungen und Wahlen in großen Euroländern wie an diesem Sonntag in Frankreich. „Nach wie vor ungelöst ist zudem die europäische Schuldenkrise, die jederzeit wieder aufflammen kann - vor allem die anstehende Zinswende könnte einige Länder in Bedrängnis bringen.“

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