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Konjunktur : Deutschlands Aufschwung ist nun auch offiziell vorbei

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Außenwirtschaftlich ist Deutschland derzeit in eher schwierigem Fahrwasser. Bild: Reuters

Die Bundesregierung hat ihre Prognose für das deutsche Wirtschaftswachstum erheblich nach unten korrigiert: Für dieses Jahr erwartet sie statt 1,8 Prozent nur noch ein Plus von 1,2 Prozent.

          Die Bundesregierung senkt ihre Konjunkturprognosen für Deutschland wegen vieler internationaler Krisen kräftig. Das Bruttoinlandsprodukt soll in diesem Jahr statt der bislang erwarteten 1,8 nur noch um 1,2 Prozent wachsen, 2015 statt 2 Prozent um 1,3 Prozent. „Die deutsche Wirtschaft befindet sich in einem außenwirtschaftlich schwierigen Fahrwasser“, sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel in Berlin: „Geopolitische Krisen haben auch in Deutschland die Verunsicherung erhöht und die nur moderate weltwirtschaftliche Entwicklung belastet die Konjunktur.“

          Gabriel folgt weitgehend den führenden Forschungsinstituten, die ihre Prognosen vorige Woche wegen der Wirtschaftsflaute in der Europäischen Währungsunion Euro-Zone, der Ukraine-Krise und
          anderen Risiken kräftig zurückgenommen hatten. Er hatte bereits vor einigen Tagen angedeutet, dass die Regierung ihre Vorhersage eindampfen wird.

          Wirtschaftsstütze Konsum

          Der SPD-Chef und Vizekanzler sprach sich für mehr Investitionen aus, um die Konjunktur an zu schieben und Wohlstand langfristig zu
          sichern. „Deutschland muss deutlich mehr in seine Infrastruktur investieren“, sagte Gabriel. „Und die Rahmenbedingungen für
          private Investitionen müssen verbessert werden.“ Dazu gehörten ein verlässlicher Umbau des Energiesystems und ein zügiger Ausbau der
          Breitbandversorgung. „Das sind und bleiben Schwerpunkte meiner Arbeit“, sagte der Minister.


          Für mehr Investitionen ist auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble zu haben, wie er auf der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds am vergangenen Wochenende klarmachte. Für ihn steht dabei aber im Vordergrund, dass der Staat keine neuen Schulden macht, sondern die für das nächste Jahr avisierte „schwarze Null“ weiter Bestand hat.

          Grund für die nun offiziell erfolgte Korrektur der Regierungsprognosen ist vor allem, dass die Unternehmen angesichts ungewisser Absatzchancen auf den Weltmärkten weniger investieren dürften. Die Regierung sagt für 2014 nur noch ein Plus von drei Prozent im Bereich der Ausrüstungs-Investitionen (Maschinen und Ablagen) voraus - bislang waren 6,3 Prozent erwartet worden.

          Schlimmeres wird der Regierung zufolge vom stabilen deutschen Binnenmarkt verhindert. „Der weiterhin robuste Arbeitsmarkt bildet dafür die Grundlage“, sagte Gabriel. „Löhne und Beschäftigung nehmen weiter zu. Dies beflügelt die Ausgaben für Konsum und Wohnungsbau der privaten Haushalte.“ Die Zahl der Beschäftigten dürfte in diesem Jahr um 325.000 steigen, 2015 aber nur noch gut halb so stark. Die Zahl der Arbeitslosen soll mit jeweils rund 2,9 Millionen weitgehend stabil bleiben. Die Nettolöhne und -gehälter dürften 2014 je Arbeitnehmer um 2,6 Prozent zulegen, im kommenden Jahr um 2,7 Prozent.

          Die Herbstprojektion der Bundesregierung bildet die Grundlage für die Steuerschätzung im November. Diese wiederum gilt als
          Orientierungshilfe für die Aufstellung der öffentlichen Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherungen.

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