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Bundesbank Drei Prozent Wachstum vorausgesagt

19.08.2010 ·  Es geht bergauf - auch nach Ansicht der Bundesbank: Die Wirtschaft werde in diesem Jahr deutlich stärker wachsen als erwartet. Die Bundesbank korrigierte nach dem Frühjahrsboom ihre Erwartungen. Dennoch mahnt sie die Regierung zur Vorsicht - Platz für neue Steuersenkungen sei nicht vorhanden.

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Die Rezession des vergangenen Jahres scheint überwunden zu sein. Die Bundesbank rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von rund drei Prozent. Damit korrigierte sie ihre Erwartungen nach oben, die vorher bei 1,9 Prozent lagen. Dies ging aus ihrem neuen Monatsbericht hervor, der nun in Frankfurt veröffentlicht wurde.

Grund für diesen Anstieg sei der Boom im Frühjahr gewesen. Im zweiten Quartal wurde ein Wachstum von 2,2 Prozent verzeichnet. Das ist das höchste, das es seit der Wiederverieinigung gab. Auch im zweiten Halbjahr soll es weiter nach oben gehen, allerdings etwas gemäßigter. Das hohe Plus, das durch den Export entstand, wird wohl etwas zurückgehen.

Die Bundesbank zeigt sich optimistischer als Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Die offizielle BIP-Prognose der Regierung liegt noch immer bei 1,4 Prozent. Nach unbestätigten Berichten rechne allerdings auch das Wirtschaftsministerium mit etwa drei Prozent. Viele Ökonomen sehen die Lage noch optimistischer, so zum Beispiel ein Experte der Citigroup Inc. London. Er rechnet mit 3,4 Prozent Wachstum. Demnach sei keine Kreditklemme in Sicht. Die Bundesbank erwartet, dass Unternehmen mehr investieren und problemlos das nötige Kapital von den Banken bekommen werden.

Steuersenkungen fehl am Platz

Die Inflation ist im Juli im Vergleich zum Vormonat um 0,4 Prozent auf 1,2 Prozent angestiegen. Die Bundesbank rechnet damit, dass die Verbraucherpreise leicht ansteigen werden. Wegen des Aufschwungs auf dem Arbeitsmarkt hält es die Bundesbank trotzdem für möglich, dass die Verbraucher mehr konsumieren werden. Neben der Nachfrage werde außerdem die Beschäftigung weiter steigen.

Die Bundesbank warnt jedoch die Regierung vor Fehlern. Sie müsse sich unbedingt weiter anstrengen, um das Haushaltsdefizit abzubauen. Die Staatsfinanzen könnten nun sogar schneller saniert werden, da die Aussichten gut seien. Gerade für neue Steuersenkungen, die FDP-Chef Guido Westerwelle vor kurzem thematisierte, sei kein Platz.

Quelle: FAZ.NET mit Reuters, Bloomberg
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