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Bodenbildung auf niedrigem Niveau Auftragseingang in der Industrie stagniert

08.06.2009 ·  Die deutsche Industrie ist im April von einem abermaligen Auftragsrückgang verschont geblieben - ein Plus bei den Bestellungen war aber auch nicht zu verzeichnen. Analysten äußerten sich sehr zurückhaltend und sahen eine Bodenbildung - aber auf extrem niedrigem Niveau.

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Die Industrie in Deutschland ist im April von einem neuerlichen Auftragsrückgang verschont geblieben. Die Unternehmen sammelten bereinigt um saisonale Effekte und Preisveränderungen genauso viele Bestellungen ein wie im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Im März hatte der Auftragseingang noch um revidiert 3,7 Prozent zugelegt.

Das Ministerium sieht nun größere Chancen für eine Stabilisierung der Nachfrage nach Industrieerzeugnissen. Darauf wiesen auch Umfrageergebnisse hin. Zwar seien wegen der scharfen Einbrüche der vergangenen Monate die Belastungen für die Produktion hoch. „Auf mittlere Sicht haben sich die Aussichten aber spürbar verbessert“, hieß es.

Bestellungen aus dem Ausland zogen an

Erstmals seit Dezember 2007 stieg die Nachfrage im Zweimonatsvergleich März April gegenüber Januar Februar wieder: Das Plus lag hier bei zwei Prozent. Dabei zogen vor allem die Bestellungen aus dem Ausland an, während aus dem Inland etwas weniger Aufträge kamen. Verglichen mit dem Vorjahr steckt die Industrie aber noch tief in der Krise: Hier sanken die Bestellungen allein im April um 37,1 Prozent und damit stärker als im März. Allerdings hatte der April in diesem Jahr wegen Ostern weniger Arbeitstage als im Vorjahr.

Aus dem Ausland sammelten die Firmen im April 0,5 Prozent weniger Aufträge ein, das Inlandsgeschäft legte dagegen um 0,6 Prozent zu. Dabei dürfte auch das milliardenschwere Konjunkturpaket eine Rolle gespielt haben, das unter anderem Investitionen in die Infrastruktur und in Bildungseinrichtungen enthält. Die Vorleistungsgüterhersteller erhielten sechs Prozent mehr Bestellungen, die Produzenten von Konsumgütern 2,6 Prozent. Die Investitionsgüterhersteller verbuchten dagegen nach dem kräftigen Anstieg im Vormonat 4,4 Prozent weniger Aufträge.

Bankvolkswirte reagieren verhalten positiv

Fachleute äußerten sich sehr zurückhaltend zu den Zahlen und sehen eine Bodenbildung allenfalls auf niedrigem Niveau: „Die Daten deuten auf eine Stabilisierung bei den Aufträgen im Industriesektor hin. Der freie Fall dürfte jetzt gestoppt sein“ sagte Analyst Matthias Hut von der LBBW. Die Stabilisierung vollziehe sich jedoch auf niedrigem Niveau. „Es kann noch Ausreißer nach oben oder unten geben.“ Insgesamt werde das Niveau nicht ausreichen, um eine nachhaltige Erholung einzuleiten. Diese dürfte nach der Meinung des Bankvolkswirts bis nächstes Jahr auf sich warten lassen.

Analystin Ulrike Kastens von Sal Oppenheim kommentierte: „Das ist positiv. Es zeichnet sich eine Bodenbildung ab.“ Die Bestellungen für Vorleistungsgüter wie Stahl oder chemische Erzeugnisse seien kräftig gestiegen. „Die werden in der Produktion weiterverarbeitet und nur bei entsprechenden Aufträgen geordert. Deshalb ist das ist ein besonders positives Signal.“ Die Lage in der Industrie dürfte sich in den kommenden Monaten bessern, glaubt Kastens. „Das zweite und dritte Quartal dürfte noch schwach bleiben, aber am Jahresende sollte sich eine signifikante Besserung einstellen.“

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