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Risikoabsicherung

Bessere Konjunkturdaten in Fernost China stützt die Weltwirtschaft

Zum ersten Mal seit rund einem Jahr ist die Industrieproduktion in China wieder gewachsen. Das hilft auch Deutschland - so wird ein Teil des eingebrochenen Geschäfts mit Südeuropa ausgeglichen.

© dpa Vergrößern Rauchende Schornsteine in China: Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wächst offenbar wieder etwas schneller.

China könnte abermals als wesentliche Stütze der Weltwirtschaft wichtig werden: Nach einer einjährigen Pause wuchs die Industrieproduktion im Reich der Mitte im November - das wurde schon am Wochenende bekannt. Davon profitierten auch deutsche Unternehmen, die mehr Bestellungen aus China an Land zogen und dadurch das eingebrochene Geschäft mit den unter der Eurokrise leidenden Mitgliedsländern der Währungsunion teilweise kompensieren konnten.

Am Montag nun folgte die nächste positive Wirtschaftszahl mit derselben Stoßrichtung: Der auf einer Umfrage basierende Einkaufsmanagerindex für die chinesische Industrie kletterte um einen auf nun 50,5 Punkte, teilte die britische Großbank HSBC mit. Zum ersten Mal seit dem Oktober des vergangenen Jahres überschreitet dieses Stimmungs-Barometer damit den wichtigen Schwellenwert von 50 Zählern - Werte darüber signalisieren eine zunehmende Wirtschaftsaktivität, Werte darunter eine schrumpfende.

Regierung und Zentralbank einsatzbereit

„Das bestätigt, dass sich Chinas Wirtschaft weiter schrittweise erholt“, sagte der Chefvolkswirt der HSBC für China, Hongbin Qu. Dieses Szenario wird vom offiziellen Einkaufsmanagerindex bestätigt, den das chinesische Statistikamt bereits am Wochenende veröffentlichte. Er stieg um 0,4 auf 50,6 Punkte und damit auf den höchsten Stand seit sieben Monaten.

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Die Eurokrise und die trotz positiver Anzeichen immer noch verhaltene amerikanische Konjunktur drückten das Wirtschaftswachstum in China im dritten Quartal auf 7,4 Prozent; das war der  niedrigste Stand seit dreieinhalb Jahren. Für das laufende vierte Quartal rechnen Experten mit einer Beschleunigung. Für das Gesamtjahr strebt die Regierung in Peking ein Plus von 7,5 Prozent an, im Jahr 2011 waren es noch 9,2 Prozent. Sie will das Wachstum mit neuen Investitionen ankurbeln, während die Zentralbank mehr billiges Geld bereitstellt.

Deutschland schwächelt ebenfalls

China wird damit auch zur Stütze für die deutsche Industrie. Der aktuell veröffentlichte Einkaufsmanagerindex für die Industrie der Bundesrepublik legte im November um 0,8 auf 46,8 Punkte zu, teilte das Markit-Institut zu seiner Umfrage unter rund 500 Unternehmen mit. Die Rückgänge bei Produktion und Auftragseingang sowie der Stellenabbau verlangsamten sich erheblich.

Das liegt vor allem an besseren Geschäften mit der Volksrepublik. „Die Verluste im Exportgeschäft blieben zwar gravierend, sie fielen jedoch schwächer aus als in den zurückliegenden sieben Monaten“, hieß es von Markit. „So glich die anziehende Nachfrage nach Industrieerzeugnissen ’made in Germany’ aus China die nach wie vor rückläufigen Bestellungen aus der Euro-Zone zumindest teilweise aus.“

Euroländer leiden auch unter den Sparprogrammen

Die Industrie in der gesamten Euro-Zone kommt unterdessen nur mühsam aus dem Konjunkturtal. Der Sektor bremste seine Talfahrt im November leicht, da sich die Rückgänge bei Produktion, Aufträgen und Beschäftigung abschwächten. Der Markit-Einkaufsmanagerindex stieg deshalb um 0,8 auf 46,2 Punkte. Das Barometer erreichte den höchsten Stand seit acht Monaten, blieb aber dennoch das 16. Mal in Folge unter der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Die Industrie stecke weiter tief in der Krise, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. „Dies deutet darauf hin, dass sich die Rezession im Währungsgebiet im Schlussquartal 2012 weiter verschärft und die Wirtschaftsleistung damit das dritte Quartal in Folge schrumpft.“

Die Wirtschaftsleistung in den Euroländern leidet auch unter den Sparprogrammen ihrer Regierungen, die wegen der Schuldenkrise Steuern erhöht und Ausgaben gestrichen haben. Hinzu kommt, dass die Weltwirtschaft lahmt. Selbst die bislang rasant wachsenden großen Schwellenländer verlieren deutlich an Schwung. So wuchs etwa das Bruttoinlandsprodukt in Brasilien im dritten Quartal mit 0,6 Prozent nur noch halb so kräftig wie erwartet. In Indien schwächte sich der Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 5,3 Prozent ab.

Quelle: FAZ.NET/Reuters

 
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