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Bessere Konjunkturdaten Die Stimmung in China hellt sich auf

 ·  Sowohl die großen Staatsbetriebe als auch der private Mittelstand sehen ihre Lage wieder besser. Sogar der Export dürfte anziehen, der wegen der schwierigen Situation in der EU und Amerika gelitten hatte. Dennoch wächst die Wirtschaft so schwach wie seit Jahren nicht.

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In China mehren sich die Anzeichen für eine Aufhellung der Wirtschaftsentwicklung. Zwei wichtige Konjunkturbarometer, welche die Aussichten im verarbeitenden Gewerbe messen, sind nach Angaben vom Donnerstag im Oktober besser ausgefallen als im September. Der Einkaufsmanagerindex sei im Vormonatsvergleich von 49,8 auf 50,2 Punkte geklettert, teilte das Nationale Statistikbüro (NBS) in Peking mit. Der Anstieg, der so erwartet worden war, ist bedeutsamer, als die geringe Zunahme nahelegt: Ein Wert oberhalb von 50 zeigt für die Statistiker jene Schwelle an, ab welcher die wirtschaftlichen Aktivitäten wieder zunehmen. Zuvor hatte der Index zwei Monate lang eine Schrumpfung ausgewiesen.

„Wir erwarten, dass die chinesische Wirtschaft ihren Rückgang im Wachstum beenden und dieses in Zukunft wieder leicht beschleunigen wird“, teilte der Ökonom Zhang Liqun vom Zentrum für die Untersuchung der Wirtschaftsentwicklung mit, das  Chinas Zentralregierung untersteht, dem Staatsrat. Diese Einschätzung, die das Statistikamt zusammen mit den neuen Daten veröffentlichte, kann als offizielle Regierungsmeinung gelten, dass die Abkühlung in China vorbei sei. Im dritten Quartal war das Wirtschaftswachstum auf den schwächsten Wert seit der Finanzkrise gefallen. Für das vierte Quartal wird nach sieben Rückgängen wieder ein moderater Anstieg erwartet. Zur Begründung für seine Zuversicht verwies Zhang unter anderem auf die immer weiter steigenden Teilindizes zum Auftragseingang und zu den Exportbestellungen. Zuvor hatte Chinas ausfuhrabhängige Wirtschaft sehr unter der schwachen Nachfrage aus der EU und den Vereinigten Staaten gelitten, den wichtigsten Märkten des Landes.

Während der Index des NBS vor allem große Unternehmen misst, darunter Staatskonzerne, bildet der Einkaufsmanagerindex des Finanzhauses HSBC mittlere und kleine Industriebetriebe ab. Auch dieses Barometer ist nach Angaben vom Donnerstag im Oktober gestiegen, von 47,9 auf 49,5. Damit bleibt der Stand zwar unterhalb der Marke von 50. Er ist aber der höchste seit Februar und weicht ungewöhnlich weit von der vorläufigen HSBC-Einschätzung in der vergangenen Woche ab (49,1).

Experten erhöhen die Prognosen

Angesichts der besseren Wirtschaftsdaten beginnen die großen Investmentbanken, ihre Prognosen für das Land anzuheben. Im vierten Quartal werde das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Vorjahresvergleich voraussichtlich 7,8 Prozent statt der zunächst erwarteten 7,5 Prozent betragen, teilte die Bank of America/Merrill Lynch in Hongkong mit, noch bevor die neuen Zahlen bekannt wurden. Für das Gesamtjahr prognostizieren die Fachleute jetzt 7,7 statt 7,6 Prozent, 2013 könnten 8,1 statt 7,6 Prozent erreicht werden. Damit käme die Abkühlung zu einem Ende, zuletzt war das Wachstum sieben Quartale hintereinander zurückgegangen. Doch selbst der revidierte Wert für 2012 wäre noch immer der geringste seit 13 Jahren. Zur Begründung für die Anhebung hieß es, viele Einzeldaten deuteten auf eine Belebung hin, etwa das Kreditwachstum oder die Gewinnsteigerung im verarbeitenden Gewerbe. Auch die Zunahme der Industrieproduktion ist nach Berechnungen der Bank gestiegen. Das Wachstum der Anlageninvestitionen stagniere, im Einzelhandel könnte es wegen einer Feiertagsverzerrung sinken.

Das Tempo in der Exportausweitung verlangsame sich zwar, schreiben die Analysten, im Import lege es aber zu. Der Verbraucherpreisanstieg habe im abgelaufenen Monat vermutlich 2,1 Prozent betragen, 0,2 Punkte mehr als im September. Zuversichtlich stimmt die Banker, dass sich die amerikanische Wirtschaft besser entwickle als erwartet. 2011 hatte die BIP-Zunahme noch 9,2 Prozent betragen. Seit Beginn der Öffnungspolitik vor 30 Jahren ist Chinas Wirtschaftsleistung jedes Jahr im Durchschnitt um real fast 10 Prozent gestiegen. Das Regierungsziel für 2012 beträgt 7,5 Prozent.

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