07.08.2009 · Der Abschwung auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt hat sich im Juli deutlich verlangsamt und Hoffnungen auf ein Ende der langen Rezession genährt. Denn die Bankvolkswirte hatten Schlimmeres vorhergesagt und gaben sich erleichtert.
Der Abschwung auf dem amerikanischen Arbeitsmarkt hat sich im Juli deutlich verlangsamt und Hoffnungen auf ein Ende der langen Rezession genährt. In Unternehmen außerhalb der Landwirtschaft seien im vergangenen Monat im Saldo 247.000 Stellen gestrichen worden, rund 200.000 weniger als im Juni, teilte das Amt für Arbeitsmarktstatistik in Washington am Freitag mit. Bankvolkswirte an Wall Street hatten mehrheitlich einen Verlust von 325.000 Arbeitsplätzen befürchtet. Im Durchschnitt der Monate Mai bis Juli sind damit jeweils rund 331.000 Stellen gestrichen worden, nur rund halb so viele wie zwischen November und April. Weil gleichzeitig die Zahl der Erwerbsfähigen zurückging, sank die Arbeitslosenquote im Juli von 9,5 auf 9,4 Prozent.
Seit Beginn der Rezession im Dezember 2007 ist die Zahl der Beschäftigten in Amerika um rund 6,7 Millionen gefallen; derzeit sind rund 14,5 Millionen Menschen als arbeitslos erfasst. Wie das Amt weiter berichtet, seien im Juli in der Automobilindustrie weniger Mitarbeiter entlassen worden als gewöhnlich während des Sommers, wenn die Maschinen für die Produktion des neuen Modelljahres eingerichtet werden. Das sei darauf zurückzuführen, dass es zuvor schon viele Entlassungen gegeben habe und sich keine Notwendigkeit für weitere Stellenstreichungen ergeben habe.
Verlängerung der Abwrackprämie beschlossen
Derweil ist der Senat in Washington dem Repräsentantenhaus im Bemühen um eine Ankurbelung der Konjunktur gefolgt und hat eine Verlängerung der Abwrackprämie für Altautos beschlossen. Die Kongresskammer gab nach der ersten Milliarde weitere 2 Milliarden Dollar für das Programm frei. Die Kaufanreize in Form von Gutscheinen über bis zu 4500 Dollar können in den kommenden Wochen zum Absatz von 400.000 bis 500.000 zusätzlichen Autos führen, schätzt die Regierung.
Einige Volkswirte an Wall Street haben aufgrund der guten Absatzzahlen der Autoindustrie und anderer Konjunkturdaten die Prognosen für das Wachstum im dritten und auch im vierten Quartal des Jahres heraufgesetzt. Jan Hatzius, Chefvolkswirt Amerika von Goldman Sachs, rechnet nun für die zweite Jahreshälfte mit einer Jahresrate von 3 Prozent im Wachstum des Bruttoinlandsprodukts, 2 Prozentpunkte mehr als bisher. Er stützt sich dabei auch auf den verhältnismäßig schnellen Abbau der Lagerbestände, der neue Aufträge nach sich ziehen werde, und auf den Häusermarkt, wo eine Wende zum Besseren ebenfalls erkennbar sei. Mit einem Aufbau der Beschäftigung aber rechnet Hatzius vorerst nicht; er hält an seiner Prognose fest, dass die Arbeitslosenquote auf 10,5 Prozent klettern wird, ehe wieder mehr Stellen geschaffen als gestrichen werden. Die Währungshüter der Federal Reserve sagen für das kommende Jahr ein Wachstum zwischen 2,1 und 3,3 Prozent voraus. Die Arbeitslosenquote werden im Durchschnitt des kommenden Jahres zwischen 9,5 und 9,8 Prozent betragen und erst 2011 auf 8,4 bis 8,8 Prozent sinken, erwarten die Notenbanker um den Vorsitzenden Ben Bernanke.
Der Verfasser sollte sich weniger auf amerikanische Quellen stuetzen,
Rolf Joachim Siegen (rolfS2)
- 07.08.2009, 19:36 Uhr
Genau wie in Deutschland
Lill-Karin Bryant (kb26919)
- 08.08.2009, 15:06 Uhr
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