04.09.2008 · In ihrem neuesten Bericht über die amerikanische Konjunktur hatte die Notenbank Fed kaum Gutes zu berichten: Das Umfeld für die Unternehmen ist schwach, die Verbraucher halten ihr Geld zusammen und kaufen nur das Nötigste und auch die Lage am Häusermarkt hat sich nicht nennenswert verbessert.
Die amerikanische Wirtschaftslage hat sich nach Einschätzung der Notenbank Federal Reserve (Fed) in den vergangenen Wochen nicht verbessert. Immerhin sehen die Währungshüter in ihrem jüngsten Konjunkturbericht Anzeichen für eine Abschwächung des Inflationsdrucks. Die amerikanischen Aktienmärkte reagierten jedoch kaum auf den Bericht.
„Das Tempo der wirtschaftlichen Aktivität war in den meisten Regionen langsam“, hieß es in dem am Mittwoch veröffentlichten „Beige Book“, in dem die 12 Distrikte der Fed acht Mal im Jahr über die wirtschaftliche Lage berichten. Die amerikanischen Verbraucher hielten ihr Geld zusammen und kauften nur das Nötigste. In mehreren Distrikten hätten sich die Verbraucher auf notwendige Ausgaben wie Lebensmittel konzentriert. Die Verkäufe von Autos seien als schwach oder rückläufig beschrieben worden. Dies gelte vor allem für große Autos mit einem hohen Treibstoffverbrauch.
Lage am Häusermarkt weiter schwach
Das wirtschaftliche Umfeld für Unternehmen sei insgesamt schwach, hieß es weiter. Einige Branchen hätten jedoch durch gestiegene Exporte einen Impuls erhalten. Die Lage am Häusermarkt sei in den meisten Distrikten als schwächer oder schwach verlaufen. Lediglich in Kansas City sei es zu einem verhaltenen Anstieg gekommen. Auch am Markt für Geschäftsimmobilien sei die Entwicklung schwach verlaufen.
Zudem wurde den Angaben zufolge in allen Regionen ein anhaltender Aufwärtsdruck auf die Preise beobachtet, vor allem wegen der erhöhten Inputkosten. In einigen Regionen habe sich der jüngste Rückgang der Öl- und Rohstoffpreise allerdings schon bemerkbar gemacht. Wegen der noch immer hohen Materialkosten hätten Unternehmen in einigen Distrikten ihre Verkaufspreise angehoben, heißt es weiter.
Nächste Zinsentscheidung im Mitte September
Die amerikanische Wirtschaft leidet derzeit unter den Folgen der Immobilienkrise. Ein Konjunkturprogramm der Regierung verhalf ihr zwar im Frühlingsquartal zu einem unerwartet lebhaften Wachstum, die meisten Experten rechnen jedoch im zweiten Halbjahr mit einer weiteren Abkühlung der Konjunktur.
Die Fed wird das nächste Mal Mitte September über das Zinsniveau beraten; eine Zinsänderung bei der Sitzung gilt jedoch fast als ausgeschlossen. Die Wirtschaftsflaute spricht zwar für eine Zinssenkung. Die Währungshüter um Notenbankchef Ben Bernanke sorgen sich jedoch um die relativ hohe Inflation, die durch niedrigere Zinsen weiter angeheizt werden könnte.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.396,95 | +1,47% |
| Dow Jones | 12.586,70 | +1,06% |
| EUR/USD | 1,2538 | −0,03% |
| Rohöl Brent Crude | 107,70 $ | +0,41% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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