27.10.2004 · Der deutsche Export von Waren und Dienstleistungen stammt zunehmend aus dem Ausland. Grund zur Sorge? Nein. Denn zugleich trägt die Exportwirtschaft stärker zum Wachstum bei als zuvor.
Der deutsche Export wird zunehmend nicht mehr im Inland erarbeitet, sondern speist sich immer mehr aus ausländischen Waren und Dienstleistungen. Zugleich aber trägt die deutsche Exportwirtschaft in immer größerem Maße zum Wirtschaftswachstum bei. Das zeigt eine Ausarbeitung des Statistischen Bundesamtes.
Danach hat sich der deutsche Export, gemessen am Wert, von 1991 bis 2002 auf rund 733 Milliarden Euro nahezu verdoppelt. Vor allem seit Mitte der neunziger Jahre besteht ein immer größerer Teil des Exports aus zuvor eingeführten Produkten und Vorleistungen. Dieser "exportinduzierte Import" betrug im Jahr 2002 fast 284 Milliarden Euro oder 38,8 Prozent des Exports. 1995 lag der Anteil noch bei 29,7 Prozent; 1991 bei 26,7 Prozent. Die Zahlen zeigen nach Ansicht des Bundeswirtschaftsministeriums, daß die deutsche Volkswirtschaft sich deutlich stärker als zuvor in die Weltwirtschaft eingebunden hat. Die Angaben stützen zugleich die vom Münchener Ökonomen Hans-Werner Sinn vertretene These der "Basar-Ökonomie". Sinn argumentiert, daß deutsche Exporteure sich von Herstellern zu Händlern wandeln, die ausländische Produkte und Vorprodukte beziehen und sie unter eigenem Namen weiterverkaufen (Die Basar-Ökonomie kann Arbeitsplätze sichern). Tatsächlich ist der deutsche Export von 1995 bis 2002 um 74 Prozent gewachsen. Zugleich stieg der Export zuvor importierter Produkte um 162 Prozent, wie die Analyse des Statistischen Bundesamts zeigt.
Unter Volkswirten ist umstritten, ob diese Entwicklung eine fehlende Wettbewerbsfähigkeit hiesiger Unternehmen anzeigt. Das Wirtschaftsministerium argumentiert, deutsche Exporteure hätten durch den Bezug preiswerter Vorprodukte aus dem Ausland ihre Wettbewerbsposition verbessert. Die Auswertung des Statistischen Bundesamts zeigt dazu, daß die Exportwirtschaft zunehmend zum Wirtschaftswachstum in Deutschland beiträgt, trotz oder wegen des größeren Vorleistungsbezugs aus dem Ausland. Die im Inland für den Export erwirtschaftete Wertschöpfung der Unternehmen wuchs von 1995 bis 2002 mit 6,1 Prozent im Jahresdurchschnitt schneller als das nominale Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit 2,3 Prozent. Fast 21 Prozent des nominalen BIP wurden 2002 in der Exportwirtschaft erarbeitet, sieben Jahre zuvor waren es nur 16,2 Prozent.
Ein größerer Bezug von Leistungen aus dem Ausland muß den Nutzen von Exportindustrien für Deutschland nicht mindern, geht aus der Auswertung weiter hervor. Große Branchen wie der Maschinen- oder Kraftfahrzeugbau und die Chemie erhöhten von 1995 bis 2000 zwar den Anteil von ausländischen Vorprodukten in ihrem Export deutlich. In der gleichen Zeit jedoch steigerten der Maschinen- und der Kraftfahrzeugbau ihre inländische Wertschöpfung, die in den Export ging, überdurchschnittlich. Der Anteil der chemischen Industrie blieb konstant.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.397,65 | +1,52% |
| Dow Jones | 12.583,60 | +1,03% |
| EUR/USD | 1,2543 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 107,69 $ | +0,40% |
| Gold | 1.574,60 $ | +0,32% |
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