Home
http://www.faz.net/-gqf-qc73
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, HOLGER STELTZNER
easyfolio

Außenhandel Deutschland profitiert von internationaler Arbeitsteilung

In der Öffentlichkeit heißt es, Deutschland leide unter der Globalisierung und dem Wettbewerbsdruck der Niedriglohnländer. In Wirklichkeit steht das im Gegensatz zur tatsächlichen Entwicklung.

© F.A.Z. Vergrößern

Deutschland leidet unter der Globalisierung. Der Wettbewerbsdruck aus Niedriglohnländern läßt die Wirtschaft dahinsiechen. Dieses sich in der Öffentlichkeit ausbreitende Bild steht im Gegensatz zur tatsächlichen Entwicklung.

Alle Indikatoren deuten darauf hin, daß Deutschland von der Einbindung in die internationale Arbeitsteilung profitiert - und sich trotz des Wettbewerbsdrucks aus Osteuropa und China auf den Weltmärkten gut hält.

Mehr zum Thema

Abermals Exportweltmeister

Die größte Aufmerksamkeit in der öffentlichen Debatte findet die Frage des Exportweltmeisters im Warenhandel, die den Handel mit Dienstleistungen nicht berücksichtigt. Trotz der Aufwertung des Euro in den vergangenen Jahren stieg die deutsche Ausfuhr von Gütern 2004 um 22 Prozent, teilte die Welthandelsorganisation (WTO) vergangene Woche mit (F.A.Z. vom 15. April). Sie bestätigte, daß Deutschland den Titel des Exportweltmeisters im Warenhandel abermals errang, vor den Vereinigten Staaten und China.

Export-Container © picture-alliance / dpa/dpaweb Vergrößern Besser als andere Euro-Staaten: Exportweltmeister Deutschland

An diesem Bild ändert nichts, daß die von der WTO genannten Zuwachsraten die Verbesserung der deutschen Ausfuhr aus hiesiger Sicht überzeichnen. Weil die Organisation die Ausfuhr zum internationalen Vergleich in Dollar mißt, geht die fast zehnprozentige Aufwertung des Euro in die für Deutschland genannte Zuwachsrate ein.

Ausfuhrzuwachs der Volksrepublik China

In Euro gerechnet, was die Impulse auf die heimische Wirtschaft besser zeigt, wuchs die deutsche Ausfuhr von Waren im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 10,4 Prozent. Das entspricht in etwa dem Ausfuhrzuwachs in heimischer Währung im Warenhandel der Vereinigten Staaten oder von Japan von rund 11 Prozent. Deutlich stärker wuchs die Ausfuhr der Volksrepublik China um 35 Prozent.

Der Vergleich zeigt, daß die genannten Staaten vom internationalen Handel profitieren - und China besonders stark. Gemessen am Wert in Dollar, hat China im vergangenen Jahr erstmals Japan vom dritten Platz der Ausfuhrstatistik verdrängt. Mit 593 Milliarden Dollar liegt das Land aber noch weit hinter den Vereinigten Staaten und Deutschland mit 819 und 915 Milliarden Dollar. Amerika, China und Japan wären im übrigen weit abgeschlagen, würde die Europäische Union als ein Wirtschaftsblock angesehen. Nach WTO-Berechnungen hat die EU im vergangenen Jahr Waren im Wert von 1203 Milliarden Euro ausgeführt.

Handel belebt die deutsche Wirtschaft

Einen Anhaltspunkt, ob der Außenhandel eine Wirtschaft stützt, gibt die Differenz von Ausfuhr und Einfuhr. Dieser Saldo zeigt den Nettoimpuls des Handels auf die heimische Wirtschaft. Ökonomen greifen für diese Betrachtung auf den Außenbeitrag zurück, der den Handel von Waren und Dienstleistungen umfaßt und so ein umfassenderes Bild bietet.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Außenbeitrag, die Differenz von Export und Import, im vergangenen Jahr preisbereinigt bei 114 Milliarden Euro. Das waren rund 5,7 Prozent des BIP - so viel wie seit der deutschen Vereinigung noch nicht. Trotz der Konkurrenz aus China und Osteuropa belebt der Handel offensichtlich die deutsche Wirtschaft.

1 | 2 Nächste Seite   |  Artikel auf einer Seite
 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Wegen Ukraine-Krise Deutsche Exporte nach Russland brechen ein

Deutsche Unternehmen bekommen die Wirtschaftssanktionen gegen Russland zu spüren: Die Exporte sanken im August im Vergleich zum Vorjahr deutlich. Mehr

29.10.2014, 11:51 Uhr | Wirtschaft
Islamischer Staat droht den Vereinigten Staaten

Die Organisation Islamischer Staat warnte die Vereinigten Staaten mit einem Propagandavideo. Sie kündigten an die Amerikaner anzugreifen, sollten die Luftangriffe ihre Kämpfer treffen. Die Vereinigte Staaten wollen Irak beim Kampf gegen Islamisten unterstützen. Mehr

19.08.2014, 10:37 Uhr | Politik
Devisen Der starke Won bremst die Börse in Seoul

Südkoreas Wirtschaft wächst immer noch stärker als die der meisten anderen Länder in Asien. Die Nervosität der Anleger nimmt aber zu. Auch weil ein starker Won die Gewinne der so wichtigen Exportindustrie schmälert. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

28.10.2014, 07:55 Uhr | Finanzen
Kontakt zu Schulkindern

18 Personen werden in den Vereinigten Staaten medizinisch überwacht, weil sie Kontakt zum ersten Ebola-Patienten in den Vereinigten Staaten hatten. Darunter sind auch Schulkinder. Mehr

02.10.2014, 09:21 Uhr | Gesellschaft
Hoffnung auf Glücksspiel Gibt es 2020 Casinos in Japan?

Der stellvertretende Ministerpräsident Taro Aso will mit Glücksspiel das Wirtschaftswachstum ankurbeln. Das Parlament dürfte jetzt die notwendigen Gesetze schneller beschließen. Mehr Von Carsten Germis, Tokio

17.10.2014, 06:59 Uhr | Wirtschaft
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 20.04.2005, 10:52 Uhr

Orbáns Machtinstinkt

Von Stephan Löwenstein, Wien

Der ungarische Regierungschef weiß, wie Macht funktioniert. An der nun von ihm zurück gezogenen Internet-Steuer hat er das einmal mehr gezeigt. Mehr 1

Umfrage

Sparen Sie angesichts der niedrigen Zinsen noch?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.


Die Börse
Name Kurs Änderung
  Dax --  --
  F.A.Z.-Index --  --
  Dow Jones --  --
  Euro in Dollar --  --
  Gold --  --
  Rohöl Brent --  --