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Außenhandel Deutschland profitiert von internationaler Arbeitsteilung

In der Öffentlichkeit heißt es, Deutschland leide unter der Globalisierung und dem Wettbewerbsdruck der Niedriglohnländer. In Wirklichkeit steht das im Gegensatz zur tatsächlichen Entwicklung.

© F.A.Z. Vergrößern

Deutschland leidet unter der Globalisierung. Der Wettbewerbsdruck aus Niedriglohnländern läßt die Wirtschaft dahinsiechen. Dieses sich in der Öffentlichkeit ausbreitende Bild steht im Gegensatz zur tatsächlichen Entwicklung.

Alle Indikatoren deuten darauf hin, daß Deutschland von der Einbindung in die internationale Arbeitsteilung profitiert - und sich trotz des Wettbewerbsdrucks aus Osteuropa und China auf den Weltmärkten gut hält.

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Abermals Exportweltmeister

Die größte Aufmerksamkeit in der öffentlichen Debatte findet die Frage des Exportweltmeisters im Warenhandel, die den Handel mit Dienstleistungen nicht berücksichtigt. Trotz der Aufwertung des Euro in den vergangenen Jahren stieg die deutsche Ausfuhr von Gütern 2004 um 22 Prozent, teilte die Welthandelsorganisation (WTO) vergangene Woche mit (F.A.Z. vom 15. April). Sie bestätigte, daß Deutschland den Titel des Exportweltmeisters im Warenhandel abermals errang, vor den Vereinigten Staaten und China.

Export-Container © picture-alliance / dpa/dpaweb Vergrößern Besser als andere Euro-Staaten: Exportweltmeister Deutschland

An diesem Bild ändert nichts, daß die von der WTO genannten Zuwachsraten die Verbesserung der deutschen Ausfuhr aus hiesiger Sicht überzeichnen. Weil die Organisation die Ausfuhr zum internationalen Vergleich in Dollar mißt, geht die fast zehnprozentige Aufwertung des Euro in die für Deutschland genannte Zuwachsrate ein.

Ausfuhrzuwachs der Volksrepublik China

In Euro gerechnet, was die Impulse auf die heimische Wirtschaft besser zeigt, wuchs die deutsche Ausfuhr von Waren im vergangenen Jahr nach Angaben des Statistischen Bundesamts um 10,4 Prozent. Das entspricht in etwa dem Ausfuhrzuwachs in heimischer Währung im Warenhandel der Vereinigten Staaten oder von Japan von rund 11 Prozent. Deutlich stärker wuchs die Ausfuhr der Volksrepublik China um 35 Prozent.

Der Vergleich zeigt, daß die genannten Staaten vom internationalen Handel profitieren - und China besonders stark. Gemessen am Wert in Dollar, hat China im vergangenen Jahr erstmals Japan vom dritten Platz der Ausfuhrstatistik verdrängt. Mit 593 Milliarden Dollar liegt das Land aber noch weit hinter den Vereinigten Staaten und Deutschland mit 819 und 915 Milliarden Dollar. Amerika, China und Japan wären im übrigen weit abgeschlagen, würde die Europäische Union als ein Wirtschaftsblock angesehen. Nach WTO-Berechnungen hat die EU im vergangenen Jahr Waren im Wert von 1203 Milliarden Euro ausgeführt.

Handel belebt die deutsche Wirtschaft

Einen Anhaltspunkt, ob der Außenhandel eine Wirtschaft stützt, gibt die Differenz von Ausfuhr und Einfuhr. Dieser Saldo zeigt den Nettoimpuls des Handels auf die heimische Wirtschaft. Ökonomen greifen für diese Betrachtung auf den Außenbeitrag zurück, der den Handel von Waren und Dienstleistungen umfaßt und so ein umfassenderes Bild bietet.

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag der Außenbeitrag, die Differenz von Export und Import, im vergangenen Jahr preisbereinigt bei 114 Milliarden Euro. Das waren rund 5,7 Prozent des BIP - so viel wie seit der deutschen Vereinigung noch nicht. Trotz der Konkurrenz aus China und Osteuropa belebt der Handel offensichtlich die deutsche Wirtschaft.

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